"Alter Glaube und moderner Aberglaube" von Martin Lings (Rezension)

Rezension von Natascha Stevenson

alter glaube und moderner AberglaubeWar früher vielleicht wirklich alles besser, was die Menschheit und ihre Art zu leben angeht? Gibt es die guten alten Zeiten wirklich? Oder sind wir erst heutzutage am Ziel angekommen, verantwortungsvolle Menschen mit dem richtigen Maß zu sein? Der Titel des Buches „Alter Glaube und moderner Aberglaube“ verrät schon, dass in der modernen Zeit, dem „eisernen“ Zeitalter, wohl mehr im Argen liegt, als im „goldenen“ Zeitalter… und dass der sogenannte „Fortschritt“ doch tatsächlich eher ein Rückschritt ist.

Erstaunlicherweise ist es ein relativ kurzes Buch, das mit seinen sechs Kapiteln inhaltlich eindrucksvoll überwältigt und einmal mit der ganzen Welt aufzuräumen scheint! Auf nur knapp 100 Seiten wird aus einer universalen Sicht heraus Mystik, Religionsvielfalt und die Gesetzmäßigkeit des Diesseits & Jenseits erklärt – Mikrokosmos sowie Makrokosmos miteingeschlossen. In sehr anspruchsvollen Worten und teilweise verschachtelten Sätzen, deckt der 2005 verstorbene britische Autor Martin Lings die einleuchtende Wahrheit über das ganze Sein des Menschen auf. Dabei nimmt er auch gezielten Bezug auf die heutige Zeit, die gesamte Menschheitshistorie bis weit über das Erdenleben hinaus, und die Übereinstimmungen der „wahren“ Religionen. Hinduismus und Buddhismus, Judentum und Christentum sowie der Islam stehen im Vordergrund seiner vergleichenden Darstellung.

Der Sufist und Orientalist Martin Lings gibt in seinen Erklärungen immer wieder äußerst passende bildhafte Beispiele bzw. Sinnbilder, die das Nachvollziehen erleichtern. Um die „Rhythmen unserer Zeit“, die Verhältnisse von „Freiheit und Gleichheit“ sowie „Intellekt und Vernunft“ zu beleuchten, bedient er sich anerkannter Quellen. Er zitiert Platon, Dante, Sokrates und andere Philosophen, Bibelstellen sowie verschiedene heilige Schriften und verwendet für seine Argumentation religiöse Modelle aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen, wie das indische Samsara (Lebensrad). Dabei geht er weniger auf nebensächliche Details ein, als auf die zusammenhängenden Überschneidungen und dadurch sichtbaren universellen Gesetze. Man merkt, dass der spirituelle Autor ein durchaus rationaler Freidenker ist, der die eigene Gesellschaft kritisch aber vollkommen ehrlich betrachtet. Durch die besondere Art seiner Ausdrucksweise und Argumentation wird zudem sehr gut deutlich, dass er Geist & Glauben dabei immer in vollem Einsatz hat.

Dieses Buch ist wie ein Blick ins Licht durch einen dunklen Tunnel. Man kann dem Autor, egal ob und welcher Religion man angehören mag, nicht widersprechen, weil er komplexe und doch verständliche Wahrheiten aller Art ans Tageslicht bringt. Insofern ist die Beschreibung auf dem Buch-Cover ganz korrekt: „Nichts ist heute mehr vonnöten, als daß einfach einmal jemand kommt und die Wahrheit sagt.“ Außerdem regt es zu einer allumfassenden Sicht der göttlichen Vorsehung an, die sich durch die Vergangenheit durchaus nachweisen lässt und unweigerlich ein gewisses Verständnis für alle Zusammenhänge und Zustände mit sich bringt.

Ein spirituell veranlagter Mensch wird durch dieses Buch viel lernen, ein Atheist oder Humanist wird sicher über die eigenen Ansichten reflektieren, für den Gläubigen einer Religion wird sein Glaube in neuem Lichte erstrahlen, und ein bereits erleuchteter Mensch wird seine Weisheit bestätigt sehen. Die Fragen, die dieses Werk beantwortet, betreffen wirklich jeden Menschen und machen dieses äußerst spannende, kleine Buch zu einem großen Schatz!

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