"BeziehungsDynamit" von Ursula Maria Auktor (Rezension)

Ein Buchtipp in Zusammenarbeit mit Connection. Rezension von Oliver Bartsch

BeziehungsDynamit

Ursula M. Auktor

Kartoniert

€ 14,99 inkl. MwSt.
Schon im Vorwort der Verlegerin ist mir die Autorin sehr sympathisch, denn sie verrät uns, dass sie das Buch »BeziehungsDynamit« geschrieben hat, weil sie auf der Seite der Männer steht. Und nachdem ich das Buch, das durch klare und präzise Sprache immer ins Schwarze trifft, in einem Rutsch durchgelesen hatte, war sie mir noch viel sympathischer. Ursula Maria Auktor sieht auch die Not der Männer – ich erinnere mich nicht an viele Frauen, wo ich das uneingeschränkt sagen könnte.

Mein Grundgefühl gegenüber Frauen war mein Leben lang geprägt von Unsicherheit und Ambivalenz, und ich kenne jede Menge Männer, denen es genauso geht. In vielen Beziehungsratgebern wird auf die Männer als unsensible Gefühlsautisten und kontaktgestörte Soziopathen eingedroschen. Die Frauen werden demgegenüber als Mutter, Geliebte oder Partnerin verherrlicht, die vergeblich versuchen, den Mann auf »ihr Gefühlsniveau« zu bringen.

In diesem Buch wird Männern genau soviel Verständnis entgegengebracht wie Frauen. Wie es uns Männern geht mit den hohen Ansprüchen, die Frau und Gesellschaft an uns stellen, will niemand wissen, schon gar nicht die Frauen – die wünschen sich die eierlegende Wollmilchsau als Mann und versuchen dann vielleicht noch, mit einem der viele Wünscheratgeber ihre Wunscheffizienz zu verbessern, um ihre Trefferquote zu erhöhen.

Neben den sehr eindrücklichen Fallbeispielen aus der Therapiepraxis, wo fünf Frauen und zwei Männer aus dem Beziehungsnähkästchen plaudern, ist das Highlight in diesem Buch die Offenlegung der verdeckten Machtspiele, die in jeder Beziehung unbewusst laufen: Das gezielte Einsetzen von Sex, um das zu bekommen, was die Frau möchte. Die Opferhaltung: »Du kannst mich doch nicht verlassen, ich tue doch alles, was du willst« bis hin zur Selbstmorddrohung. Die Erpressung mit Sex: »Ich verweigere mich ihm, bin aber zu feige, das offen zu sagen, und schiebe Kopfschmerzen vor.« Die Liste der Manipulation durch Sex (weil Frauen wissen, dass der Mann nach sexueller Verfügbarkeit sucht und durch sexuelle Reize verführt werden kann) ist endlos lang. Alle beschriebenen Variationen habe ich schon erlebt.

Was ich mir als Mann wünsche, ist, Sex mit Lust und Freude leben zu können, ohne unter den Generalverdacht als »sexueller Belästiger« gestellt zu werden. Klar hab ich als Mann, ebenso wie viele meiner Geschlechtsgenossen, noch viel nachzuholen, was sich die Frauen seit der Emanzipationsbewegung an Selbsterfahrung gegönnt haben. Es kann aber nur über das Prinzip der Gleichberechtigung gehen. Damit meine ich, dass auch den Männern das Recht zugestanden wird, vielschichtige sexuelle, erotische und zärtliche Bedürfnisse und Wünsche zu haben.

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