Der lügende Hund

von Kaddour El Karrouch

Geschichten eines Nordafrikaners in Deutschland

Kaddour EI Karrouch, der aus dem Norden Marokkos stammt, schildert in diesem Buch sein Leben in Marokko und später in Deutschland, sein Leben „zwischen zwei Welten“, wie er selbst es nennt. Bis zu seinem 21. Lebensjahr lebte er in seiner Großfamilie in einem kleinen Dorf im östlichen Rif, von dem aus man „kurz nach dem Sonnenuntergang die Gebirge Spaniens erkennen kann“, in der Region, aus der die meisten als Arbeiter nach Deutschland gekommenen Marokkaner stammen. In anschaulicher Weise und einem dem Autor eigenen leicht ironisierenden, aber auch liebevollen und stets direkten Stil werden die – zumindest damals noch – lebendigen Traditionen und Bräuche in den berberischen Dörfern beschrieben. Geburt, Koran-Schule, Moschee, Heirat, Tod, das soziale Leben in der ländlichen Gemeinschaft, einfaches bäuerliches Leben im Einklang mit der Natur und die traditionelle islamische Spiritualität, all dies wird vor den Augen des Lesers lebendig. Außerordentlich interessant ist beispielsweise auch die Schilderung der klassischen islamischen Lehr- und Lernmethoden, die der Autor zunächst beim Imam des Dorfes erfuhr, und später als Student in einer ländlichen Madrassa, wo er seine weitere Ausbildung bekommen hat. Die sehr persönliche Geschichte des Autors kann in gewisser Weise auch exemplarisch für viele andere marokkanische Muslime in Deutschland mit einer ähnlichen Geschichte stehen, über die man bisher aber nur wenig wusste. Darüber hinaus zeigt sie den Weg eines Mannes, der sein Leben zwischen zwei Welten mit Gottvertrauen und Engagement meistert – und bei all dem den Humor nicht verloren hat. Kaddour EI Karrouch stammt aus dem Norden Marokkos. Er kam Anfang der siebziger Jahre als Arbeiter nach Deutschland, zunächst ohne Familie und nur für kurze Zeit, wie er damals glaubte. Der Wechsel von der Stellung eines Imam zur Arbeit auf Baustellen und dem nicht immer ganz reibungslosen Umgang mit den deutschen Kollegen und Vorgesetzten bedeutete eine kontrastreiche Umstellung nicht ohne Schwierigkeiten. Ganz zu schweigen von dem gänzlich anderen Leben, als der Autor es aus der traditionellen Dorfgemeinschaft in den abgelegenen Bergen des Rif kannte. Doch schließlich gelang die Familienzusammenführung: die Heimat in Marokko wurde allmählich ferner. Neue Aufgaben und Probleme stellten sich: das Kopftuch der Tochter in der Schule, der Generationenkonflikt zwischen Vätern und Söhnen, das Verhältnis von Muslimen und Nichtmuslimen, die Frage der Integration, Missverständnisse und Dialog, dies sind Fragen, denen Kaddour El Karrouch sich in seiner Zeit in Deutschland gestellt und sich engagiert hat.

€ 12,00 inkl. MwSt.
Führen wir nicht bzw. nicht mehr zzgl. Versandkosten
Verlag
Spohr
Erscheinungsjahr
2003
Einbandart
Kartoniert, 158 S., 22 cm
In dieser Reihe
Edition Vertrauter Umgang
Sprache
Deutsch
ISBN
9789963400294
KNV
10314951
Schlagwort
Marokko; Berichte/Erinnerunge
Über den Autor

Karrouch, Kaddour El ,Kaddour EI Karrouch stammt aus dem Norden Marokkos. Er kam Anfang der siebziger Jahre als Arbeiter nach Deutschland, zunächst ohne Familie und nur für kurze Zeit, wie er damals glaubte. Der Wechsel von der Stellung eines Imam zur Arbeit auf Baustellen und dem nicht immer ganz reibungslosen Umgang mit den deutschen Kollegen und Vorgesetzten bedeutete eine kontrastreiche Umstellung nicht ohne Schwierigkeiten. Ganz zu schweigen von dem gänzlich anderen Leben, als der Autor es aus der traditionellen Dorfgemeinschaft in den abgelegenen Bergen des Rif kannte. Doch schließlich gelang die Familienzusammenführung: die Heimat in Marokko wurde allmählich ferner. Neue Aufgaben und Probleme stellten sich: das Kopftuch der Tochter in der Schule, der Generationenkonflikt zwischen Vätern und Söhnen, das Verhältnis von Muslimen und Nichtmuslimen, die Frage der Integration, Missverständnisse und Dialog, dies sind Fragen, denen Kaddour El Karrouch sich in seiner Zeit in Deutschland gestellt und sich engagiert hat.

2 Kommentare

  1. Das Buch wirkt auf mich geradezu emotionslos und vewirrend. Es scheint einzig und allein dem Autor zu dienen, der zum westlichen Kulturerbe (oder anderen Kulturen) und dessen spirituellen Auffassung keinen Zugang besitzt. Vielmehr wirkt das Buch in seinem Inhalt auf mich beschränkend/eingrenzend, nicht wirklich geöffnet/offen oder dem allgemeinem Wohl zugewandt – also Welt freundlich. So hatte ich mit jeder weiteren Seite des Buches zunehmend ein unangenehmes Gefühl. Das Buch versucht Wissen zu suggerieren, an das bisher nur der Autor selbst zu glauben scheint. Auf diese Weise wurde es schlichtweg verfasst/geformt. Etwas anderes vermag ich zumindest dem Buch nicht zu entnehmen.

    Im Großen und Ganzen möchte der Autor ein Ergebnis zu transformieren, das durch sein vorherrschendes Ego Formen annimmt welche auf mich eigensinnig, womöglich sturr und mit anderen Daseins Berichtigungen nicht zu harmonieren scheint.

    Ich habe das Buch an den Verlag zurück geschickt.

Kommentare sind deaktiviert.