Spiritualität in Klartext

von Ulrich Nitzschke

Ein Erleuchteter packt aus

In seinem 2014 bei tao.de erschienenen Werk „Revolution im Spiri-Land“ hatte Ulrich Nitzschke die Ent-Mystifizierung des Phänomens Erleuchtung zu seinem Thema gemacht und sich dabei als fundierter Kenner der heutigen spirituellen Szene ausgewiesen.

Mit „Spiritualität in Klartext“ hat er dieses Thema erneut aufgegriffen und vertieft. Die Rolle des distanzierten Beobachters hinter sich lassend outet er sich darin als Sympathisant Jed McKennas, dessen unter diesem Pseudonym veröffentlichten provokanten Bücher zum Thema Erleuchtung im spirituellen Establishment auf durchaus kontroverse Reaktionen gestoßen waren.

Ulrich Nitzschkes neues Buch ist im Hauptteil eine gut verständliche, engagiert und flüssig geschriebene Zusammenfassung von McKennas Erstlingswerk „Verflixte Erleuchtung“, in dem dieser in epischer Breite über fiktive Episoden und Lehrgespräche mit Besuchern seiner ländlichen Gemeinschaft berichtet. Nitzschke hat diesen Erzählteil durch mehrere Einschübe („Intermezzos“) aufgelockert und ergänzt, in denen er die Figur Jed McKenna mit prominenten spirituellen Persönlichkeiten von Eckart Tolle bis Buddha humoristisch-satirische Dialoge führen lässt.

Zu einem harmonischen Ganzen wird „Spiritualität in Klartext“ durch die
unverblümt direkte Sprache, die alles kritisch hinterfragt, nichts schönt, aber auch nichts zu verschleiern sucht. Dabei bleibt zwischen den Zeilen stets das Anliegen des Autors spürbar auch selbst der existenziellen Frage auf die Spur zu kommen, die das Phänomen McKenna umtreibt und die seit jeher allem geistigen Streben der Menschen zugrunde liegt: Was eigentlich ist wahr?

Fazit: Ein ernstes, aber zugleich herrlich unterhaltsames Aufklärungsbuch für unsere Lebenssinn vermissende und der Wahrheitsliebe entwöhnte Zeit, das hält, was sein Titel verspricht.

€ 21,99 inkl. MwSt.
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Verlag
tao.de in J. Kamphausen
Erscheinungsjahr
2016
Einbandart
Gebunden, 148 S., 210 mm
In dieser Reihe
Sprache
Deutsch
ISBN
9783958028715
KNV
59240158
Schlagwort

3 Kommentare

  1. Das Buch wirkt auf mich geradezu emotionslos und vewirrend. Es scheint einzig und allein dem Autor zu dienen, der zum westlichen Kulturerbe (oder anderen Kulturen) und dessen spirituellen Auffassung keinen Zugang besitzt. Vielmehr wirkt das Buch in seinem Inhalt auf mich beschränkend/eingrenzend, nicht wirklich geöffnet/offen oder dem allgemeinem Wohl zugewandt – also Welt freundlich. So hatte ich mit jeder weiteren Seite des Buches zunehmend ein unangenehmes Gefühl. Das Buch versucht Wissen zu suggerieren, an das bisher nur der Autor selbst zu glauben scheint. Auf diese Weise wurde es schlichtweg verfasst/geformt. Etwas anderes vermag ich zumindest dem Buch nicht zu entnehmen.

    Im Großen und Ganzen möchte der Autor ein Ergebnis zu transformieren, das durch sein vorherrschendes Ego Formen annimmt welche auf mich eigensinnig, womöglich sturr und mit anderen Daseins Berichtigungen nicht zu harmonieren scheint.

    Ich habe das Buch an den Verlag zurück geschickt.

  2. Ein Interview mit Stefanie Stahl vielversprechend, sympathisch. Jein! Die Lektüre des Buchs halbwegs. Trotzdem Anmeldung zu einem Seminar zu Jein! – Ich wollte einen Artikel darüber schreiben. – – – Dann musste ich stornieren wegen Pflege-, dann Todesfall. – – – NICHT die leiseste Rückmeldung geschweige denn Stornierung. – Nein, das lädt nicht dazu ein, weitere Bücher zu lesen oder an einem der – vorab – durch sie selbst – gepriesenen Seminare teilzunehmen. – Eine Redakteurin, die teilgenommen hatte, rollte die Augen. Sorry, sagte sie, unter aller Kanone. Wenn ich darüber schreiben würde, gäbe es einen Totalverriss…

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