"Dein Wille geschehe" von Annemarie Schimmel (Rezension)

Rezension von Natascha Stevenson

Dein Wille geschehe

Kartoniert

€ 12,00 inkl. MwSt.
Das Beten scheint in unserer christlichen Gesellschaft etwas aus der Mode gekommen zu sein, obwohl wir gerade in heutigen Zeiten wieder vermehrt Grund dazu hätten, bei Gott um Beistand zu bitten. Anders ist es in muslimischen Kreisen, für deren Anhänger das traditionell regelmäßige und tägliche Beten selbstverständlich ist. Auch für die derzeit muslimischen Flüchtlinge sind diese schweren Zeiten des Umbruchs und Kriegs sicher ein Grund mehr, sich an Gott zu wenden, um Hoffnung zu schöpfen.

Es gibt viele Wege des Dialogs zwischen zwei Glaubensrichtungen. Gerade in der jetzigen Situation ist uns der Austausch zwischen Muslimen und Christen sehr wichtig geworden, da wir nun immer öfter „vor unserer Haustüre“ mit der anderen Religion konfrontiert werden. „Dein Wille geschehe“ – mit den schönsten, islamischen Gebeten – hat auf unserem Weg der Annäherung etwas beizutragen, denn: Es offenbart einen Gebetsschatz des Islam, der mit dem christlichen Vaterunser in Kontakt steht!

„Hiermit verbindet sich die Hoffnung, daß dieses Buch als Instrument einer geistlichen Annäherung zwischen Christen und Muslimen seine guten Dienste vielen erweisen möge“, schrieb der Präsident des Sekreteriats für die Nichtchristen bereits 1978 über das Taschenbuch in der Erstausgabe. Ein zeitloses Werk! Wegen seiner Aktualität wurde das Buch seit 1992 von Professorin Annemarie Schimmel neu aufgelegt, zuletzt 2004 in der 5. Auflage, damit die Menschen „eine nicht für möglich gehaltene Herzensverwandtschaft“ zwischen diesen Religionen entdecken können. In erster Linie geht es darum, dem „christlichen Beter“ die Sammlung der Gebetstexte am „Leitfaden des Vaterunsers“ nahezubringen.

Somit werden die Zeilen des Vaterunsers in acht Abschnitte aufgeteilt, die jeweils ein Kapitel mit zahlreichen Gebetstexten darstellen. Außer dem Koran dienen noch 45 Mystiker wie Rumi, Asketen, Propheten, Theologen und Dichter dem Werk als Quellen, die aus aller Welt stammten: Iran, Irak, Pakistan, Indien, Afghanistan, Türkei, Ägypten und Indien.

Letztlich ist das Buch eine Inspiration zur Besinnung, zur Aufdeckung von Parallelen im Glauben. Es ist also mehr, als eine Ansammlung von ausgewählten Gebetstexten! So möchte ich zwei exemplarweise zitieren, die Ihnen wohl garnicht so fremd erscheinen werden:

„Unser Herr, der im Himmel ist, geheiligt werde Dein Name. Dein Befehl ist im Himmel wie auf Erden. Wie Deine Barmherzigkeit im Himmel ist, so laß sie auf Erden sein, und vergib uns unsere Sünden und Übertretungen, denn Du bist der Herr der Rechtschaffenen.“ (Muhammad)

„Lob über Lob sei Dir, Gott, allezeit: Von Kummer hast du plötzlich uns befreit, Und wenn ein jedes Haar auch Zungen hätte: Genug an Dank ich nie gesungen hätte!“ (Rumi)

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