"Der dritte Jesus" von Deepark Chopra (Rezension)

Ein Buchtipp in Zusammenarbeit mit Connection. Rezension von Thomas Schmelzer

Der dritte Jesus

Deepak Chopra

Gebunden

€ 18,95 inkl. MwSt.
Dr. Deepak Chopra ist einer der bekanntesten Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Spiritualität mit mittlerweile mehr als 50 Buchveröffentlichungen. Chopra selbst ist gebürtiger Inder, schrieb viel über Ayurveda und Hinduismus und nähert sich in diesem Werk Jesus. Er tut dies auf offene, hinterfragende und konstruktive Weise und fragt immer wieder: Was sagt uns Jesu Lehre heute? Können wir Jesus heute anders verstehen?

Chopra beginnt mit der Frage: »Warum ist es unmöglich, nach den Lehren Jesu zu leben?«. Seine Worte seien oft sehr radikal. Was also war seine Absicht? Das Rätsel sei nur zu lösen, wenn man davon ausgehe, dass Jesus das Bewusstsein der Menschen erhöhen und verändern wollte – und dies mit oft dramatischen Gleichnissen: »Ständig versuchte er, anderen seine Vision zu vermitteln, und er hatte dabei ein unmissverständliches Gefühl von Dringlichkeit«.
Dabei untersucht Chopra zunächst die Quellenlage und spricht von drei unterschiedlichen Jesusbildern: Der »erste Jesus« ist für ihn der historische Jesus, der »zweite« jener der Theologie. Der »dritte Jesus« schließlich ist der mystische Jesus: »Jesus symbolisiert das transzendente Selbst, welches das Ego als bedeutungslos aufgibt und die Dualität in das Einssein mit Gott transformiert«. Leben im Himmel ist für Chopra ein Leben in einem höheren Bewusstseinszustand. Nur aus diesem heraus sei es möglich, auch die Feinde zu lieben – weil dann die Erkenntnis offensichtlich ist, dass wir alle gleich sind.

Und so schlägt Chopra auch hier wieder eine Brücke: Er zeigt durch viele Zitate und eigene Deutungen, dass Jesus durchaus des Öfteren über Erleuchtung und Transzendenz gesprochen haben könnte. Zwischendurch verliert sich Chopra in für ihn typische Lebenshilfetipps, die manchmal schon etwas simpel sind. Im dritten Teil schildert er wieder den Weg der spirituellen Entwicklung und nennt dabei auch einige Fallstricke, die den Suchenden dort begegnen können. In den letzten Passagen greift Chopra noch einmal recht deutlich und klar einige der aktuellen Probleme unserer Zeit auf und stellt die Frage, was der von ihm postulierte »Dritte Jesus« wohl heute sagen würde über Umwelt, Wirtschaft & Co.
Nun ist Chopras Buch nicht das Erste über den Gründer der christlichen Religion, und Vergleiche zwischen östlicher und westlicher Spiritualität gibt es auch schon zuhauf. Trotzdem ist Chopra einfach immer schön zu lesen – klug, inspirierend, mit vielen eigenen Gedanken. Ein zeitgemäßes Jesusbuch für den modernen spirituell Interessierten.

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