"Die Gottesfälscher – Wie die Kirchen Gott verschleiern" von Peter Rosien (Rezension)

Ein Buchtipp in Zusammenarbeit mit Connection. Rezension von Conny Dollbaum

Die Gottesfälscher

Peter Rosien

Kartoniert

€ 17,90 inkl. MwSt.
Peter Rosien weiß, worüber er hier schreibt – er ist studierter Theologe, der christlichen Mystik verbunden und als Journalist erfahren und versiert genug, ein gut lesbares Buch über sein Hauptthema, den lieben Gott und was aus ihm in den großen Kirchen geworden ist, zu schreiben.

Als Stilmittel, das zum Inhalt passt, benutzt er die direkte Gottesansprache, schleudert diesem wild und wütend seine Fragen, sein Unverständnis und seine Unzufriedenheit mit den Inhalten der Amtskirchen entgegen – und dabei ist er, so scheint es, Gott näher als den Bischöfen. Die Rezensentin ist keine Theologin und kann deshalb nicht beurteilen, inwieweit das umfangreiche Quellenmaterial, das Rosien anführt, um die zahlreichen Missverständnisse, Fehlinterpretationen und liturgischen Katastrophen, die sich aus dem Wort der Bibel zu rechtfertigen scheinen, hier richtig dargestellt sind. Da das Buch aber sowieso eher eine persönlich gefärbte Streitschrift als ein akademischer Aufsatz ist, spielt das auch keine große Rolle.

Für alle, deren Erstsozialisierung christlich war und die sich spätestens als Jugendliche schaudernd abwandten, weil ihnen die Amtskirchen mit ihrer Mischung aus mittelalterlichem Weltbild gepaart mit sozialarbeiterischer Anbiederei keine Heimat (mehr) bot, kann das Buch spannend und bereichernd sein. Wer dann eine Zweitsozialisierung in Richtung Buddhismus, Sufismus oder Mystik allgemein vollzogen hat und dennoch nach wie vor vom Kirchenglockenklang auf innige Weise berührt wird, für den ist das Buch ein Muss. Denn Rosien zeigt im sozusagen einvernehmlichen Dialog mit »seinem« Gott, dass es ginge – dass alles, was wir für eine mystisch-spirituelle christliche Kirche benötigen, da ist. In und mit uns, in und mit ihm, mit Gott. Wortreich und witzig geißelt Rosien den Irrweg der Kirchen, die Rückständigkeit und Gier der Kirchenfürsten und auch die Gelegenheitschristen, die »die Kirche nur als guten Zeremonienmeister für wichtige Übergangspunkte des familiären Lebens benötigen«. Und er gibt viele Zeugnisse und Anregungen für die Befreiung des tumben Glaubens vergangener Zeiten von tumben Lehren – hin zur Freiheit, zu gelebter Spiritualität, zur direkten Gotteserfahrung der Mystiker und Mystikerinnen. Das ist irgendwie wild und interessant und klug und anregend – und das ist ganz schön viel für ein Buch!

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