"Die Masken der Paare" von Wolfgang Hantel-Quitmann (Rezension)

Ein Buchtipp in Zusammenarbeit mit Connection. Rezension von Klaus Jürgen Becker

Die masken der paareIn jedem Menschen steckt die Sehnsucht, so geliebt zu werden, wie er wirklich ist. Zugleich hat jeder von uns Angst davor, nicht nur sich zu zeigen, sondern auch davor, erkannt zu werden, wie er wirklich ist.

Masken bieten uns einen Schutz, um in Kontakt zu treten, ohne den anderen (und uns selbst) direkt mit unserem Ungelösten und mit unseren Schattenseiten konfrontieren zu müssen. Der Film »die Maske« von Jim verdeutlicht dies auf eine sehr schöne Weise: Mittels Masken trauen wir uns, einander anzunähern. Zugleich suchen wir »Spielplätze«, in denen sich auch Dinge zeigen können, die sich hinter unseren Masken verbergen: Die Bandbreite geht von Internet- Pornographie über Swingerclubs, von Familienaufstellungen bis hin zur ganz gewöhnlichen Faschningsparty. Im Sinne der Faschingsparty könnte man sagen: Eine Maske aufsetzen bedeutet zugleich: Eine Maske abnehmen.

Hinter jeder Maske verbirgt sich ein anderer Mensch. Aber um diesen Menschen kennenzulernen, müssen wir bei der Maske anfangen, d. h. die Maske erst einmnal würdigen. Mit den Ängsten, die da hochkommen, müssen wir lernen umzugehen. Die Einsicht, dass der Einblick in die Seele des anderen, der durch das Durchdringen der Masken entsteht, verletzlich und bedürftig macht. Fühlt man sich ertappt, wird oftmals zwar die alte Maske abgelegt, aber sofort eine neue erfunden und geübt, so daß das Maskenspiel immer weiter geht. Unsere tiefe Sehnsucht finden wir in dem, was hinter unseren Masken pulsiert: Wenn es uns gelingt, nicht mit Urteil, sondern mit Offenheit zu schauen, sind wir oftmals von Ehrfurcht berührt – während beim Geschauten sich Heilung zeigen kann. Ernst Jünger sagt in dem Zusammenhang: Denn unter Wunden wirst du Wunder sehen.

Wichtig ist es, daß wir erst einmal unsere Masken ehren. Sie erleichtern uns den Umgang mit Gefühlen in der Partnerschaft. Wie das »Phantom der Oper« können wir dankbar sein, daß wir unsere Masken haben, die uns vor Scham und Verletzlichkeit schützen. Viele Partner gehen fremd, weil sie ihre eigenen Masken, die sie gewohnt sind in ihrer Beziehung zu zeigen, nicht ertragen. Damit wir in unserer Beziehung Intimität erleben können, müssen wir einen Weg finden mit dem umzugehen, was sich hinter unseren Masken verbirgt. Wir müssen lernen, einander (und uns selbst gegenüber) hilfreich zu sein darin, die Masken ein wenig zu lockern. Oftmals sind unsere Masken so selbstverständlich geworden, daß wir sie gar nicht mehr bemerken – was wir bemerken ist nur der Verlust an Eros und Intimität. Hier hilft uns dieses Buch, wieder zurück zur Lebendigkeit im Miteinander zu finden. Aus dem Inhalt:

  • Welche Gefühle verbergen sich hinter den Masken?
  • Wie verändern Masken die Liebenden?
  • Gibt es maskierte Gefühle?
  • Wie erkennt man den anderen hinter den Masken von Neid und Eifersucht, Ekel und Verachtung, Trauer und Wut, Scham und Schuld, Liebe und Leidenschaft……
  • Die Angst, demaskiert zu werden und die Sehnsucht, erkannt zu werden – ein echtes Dilemma.
  • Jede Philosophie verbirgt auch eine Philosophie; jede Meinung ist auch ein Versteck, jedes Wort auch eine Maske.
  • Gespräche und immer wieder Gespräche sind wichtig und die einzige Lösung die wirklich weiterbringt.

Originalzitat: »Und was ist dann die wahre Liebe jenseits von Illusionen und Projektionen? Sie hat zunächst die eigenen Liebessehnsüchte ebenso wie diejenigen des Partners realistisch betrachtet, sie hat sie vom Himmel auf die Erde geholt. Sie sieht den anderen Menschen nicht mehr als Ideal in blinder Bewunderung, aber sie liebt und idealisiert ihn aus realer Prüfung, aus dem Wissen, der gemeinsamen Erfahrung, den überstandenen Konflikten und den Potentialen der Paarbeziehung heraus. Die verliebte Liebe idealisiert und hofft, die wahre Liebe sieht ihn real und weiß. Um dort hinzukommen, bedarf es vieler Masken, vieler Erfahrungen, vieler enttäuschter Illusionen und manchmal stellt ein solcher Mensch mit einer gewissen Scham am Ende des Lebens, vielleicht sogar erst nach dem Tod des Partners fest, wie tief diese Liebe war. Meist ist diese Erkenntnis kein einzelner Moment, wie bei Shakespeares Othello, sondern eine nachdenkliche Haltung, wie Andre Gorz sie in seinem ‚Brief an D.‘ festgehalten hat.«

Insbesondere das letztere Zitat hatte mich sehr berührt. Nachfolgend noch ein Zitat von mir selbst: Jede Partnerschaft birgt in ihrer Tiefe den Schlüssel zur Befreiung. Zu erkennen, wie sehr man in seinem inneren Gefängnis sitzt und zugleich einander den Kelch, den Schlüssel zur Freiheit zu reichen ist tieferer Sinn jeder wahren Partnerschaft. Einer sei des Anderen Tor zur Freiheit. So ist gemeinsam möglich, was man alleine nicht vollbringen kann.

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