"Du bist, was du sagst" von Joachim Schaffer-Suchomel (Rezension)

Rezension von Natascha Stevenson

Du bist, was du sagst

Joachim Schaffer-Suchomel

Kartoniert

€ 15,90 inkl. MwSt.
Die These des Sprachforschers Joachim Schaffer-Suchomel lautet, dass wir mit unserer Sprache viel über unsere Lebenseinstellung verraten. Er bleibt nicht bei „leeren Worten“, sondern erklärt und beweist dies ausführlich in seinem Buch. In sieben Kapiteln macht der Autor klar, das Sprache ein einzusetzendes Mittel ist, mit dem wir unser Leben bewusst gestalten können. Seine einleitenden Worte sind:

„Sprache macht mächtig oder schmächtig – uns selbst und andere! Fassungslosigkeit geht oft mit Sprachlosigkeit einher. Und der Versager versagt es sich, über seine Probleme zu sprechen. Doch Menschen, die das Sagen haben und führen, bedienen sich einer klaren Sprache. Positive Worte verleihen Kraft und ziehen positive Menschen und Situationen an. Negative Worte bannen unsere Kraft, verketten und verzehren uns.“

Das Besondere an diese Buch ist, dass am Textrand Platz für stichwortartige und prägnante Erkenntnisthesen aus dem Textabschnitt gelassen wurde. Diese Erkenntnisthesen machen es leichter, sich die wesentlichen Inhalte und Aussagen einzuprägen. Regelmäßig werden Kästen mit praktischen Übungen und Denkanstößen eingeschoben, die zum Selbstcoaching geeignet sind. Ab und zu gesellen sich ein paar graphische Darstellungen dazu, die zur Veranschaulichung der beschriebenen Theorien dienen, wie zum Beispiel das sogenannte „Beschwerdespiel als Energieschaukel„.

Grundsätzlich ist das Buch in zwei Teile gegliedert. Im ersten wird die „Sprachanalyse als effektives Werkzeug der Persönlichkeitsentwicklung erkannt, um unseren Lebenskulissen auf die Schliche zu kommen„. Etwa auf der Hälfte des ca. 350 seitigen Buches findet sich eine „Schatztruhe assoziativ-etymologischer Bedeutungsmöglichkeiten und Hintergründe„. In diesem Glossar werden alphabetisch geordnete Begriffe gelistet und auf ihre Bedeutung und Wirkung hin erklärt. Dazu zählen alle Wortarten sowie auch zahlreiche bekannte Ausdrücke.

„immer – Englisch always. Eigentlich all ways (= alle Wege). Immer und auf allen Wegen.

Inhalt – Inhalt ist das, was von innen hält. Inhalt kann Halt geben. Es kommt darauf an, was drinnen ist! Ein guter Inhalt regt zum Innehalten an.

jetzt – Französisch maintenant. Wörtlich übersetzt heißt main die Hand und tenant haltend. Maintenant bedeutet folglich (in der) Hand haltend. Im Jetzt steht uns alles zur Verfügung, was wir im Moment brauchen. Wir haben es in der Hand. Ein anderer Begriff für jetzt ist das Wort gerade. Krumm können Handlunge aus dem Jetzt also nicht werden. Im Englischen steht für gerade der Begriff just. Auch im Deutschen sagt man just („Just in diesem Augenblick …“). Just bedeutet auch gerecht und angemessen. Just findet sich im Wort Justiz wieder. Jeder kennt die Waagschalen der Justitia. In der Mitte, und damit im Jetzt, sind wir ausgewogen. Aus dieser Balance und Ruhe können optimale Handlungen entstehen („In der Ruhe liegt die Kraft“). Jetzt ist immer der richtige Zeitpunkt zu handeln. Wenn nicht jetzt, wann dann? Auch der Begriff soeben wird wie jetzt oder gerade verwendet. So ist es also eben und wird nicht holprig und unbegehbar. Siehe auch sofort.“

Nicht nur die Wörter des Glossars regen zur Reflexion an, das gesamte Buch soll den Leser dazu bringen, seine Sprache gezielt zu benutzen und sich selbst nichts mehr vorzuspielen. Das Vorwort von Rüdiger Dahlke macht die Intention des Autors auch nochmal deutlicher: Es geht darum Zusammenhänge zu verstehen und in einer ganzheitlichen Weise über Sprache zu denken. Der Autor spricht den Leser also wirklich direkt an und will etwas in ihm bewegen. Nach dem Motto: Wer gut auf seine Worte achtet, achtet auch gut auf sich selbst!

Dieses Buch lehrt dich, vom „Make-up zum Wake-up“ zu gelangen und dein Leben auf eine neue Art selbst in die Hand zu nehmen. Viel Erfolg dabei!

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