„Ein Mann namens Ove“ – Hannes Holm (DVD-Rezension)

In Kooperation mit dem Movie-College

Rezension von Theresa Koehnsen

Ein Mann namens Ove, 1 DVD

DVD

€ 7,99 inkl. MwSt.
Ove ist der typische griesgrämige Nachbar von Nebenan, der jeden anbrüllt, der mit dem Auto durch sein Wohngebiet fährt, und den Hund der Nachbarin beschimpft. Jeden Tag macht er sich auf seinen Kontrollgang durch die Reihenhaussiedlung und kontrolliert die Garagentore und widerrechtlich abgestellte Fahrräder.

Eigentlich will Ove jedoch das alles gar nicht mehr machen. Seitdem seine Frau vor einigen Wochen gestorben ist, hat er sich das Ziel gesetzt, ihr möglichst schnell zu folgen. So versucht er immer wieder sich das Leben zu nehmen, wird jedoch jedes Mal dabei gestört. Als einer seiner Versuche durch dem Einzug der neuen Nachbarn verhindert wird, ahnt Ove noch nicht, dass diese sein Leben für immer verändern werden. So helfen bei dem Verheilen seiner Wunden eine Katze, das richtige Werkzeug und eine unerwartete Freundschaft…

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Fredrik Backmann.
Selbstmord ist in der Gesellschaft stets ein aktuelles Thema und mit dem langsamen demografischen Wandel, dem Älterwerden der Gesellschaft und die Vereinsamung im Alter ist besonders der Selbstmord von alleinlebenden Rentnern immer aktueller. Da trifft der Film den Nabel der Zeit und macht auf eine Tatsache in unserer Gesellschaft aufmerksam, die mehr Aufmerksamkeit denn je braucht. Zum Glück bietet der Film auch gleich eine Lösung: Unterstützung von der Familie und falls die nicht da ist, den Nachbarn und Freunden.

Die Geschichte des steinharten Eigenbrötlers, der hinter seinen schlechtgelaunten Kommentaren und seiner aufbrausenden Art eigentlich ein großes Herz versteckt, wird durch Hannes Holm wunderschön und einfach in Szene gesetzt. Manchmal erinnert der Film durch seine ruhige Art, die gedeckten Farben und die Rückblenden ein bisschen an „Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, wenn auch an eine ganz durchschnittliche Version des Abenteuers eines ganz und gar gewöhnlichen Otto Normalverbrauchers. Auch die Nachbarn und Freunde von Ove sind durchschnittlich und könnten genauso gut in jeder anderen Reihenhaussiedlung leben.Die Charaktere scheinen direkt aus dem Leben gegriffen und Ove entwickelt sich so langsam und vorsichtig, dass man ihm das sofort und ohne Fragen abkauft. Man merkt, dass sehr viel Liebe und butterweiche Lebensironie in den Film gesteckt wurden. Viele Momente könnten so jederzeit passieren und sind zum Teil sehr lustig und manchmal sehr traurig.

Die Aufnahmen sind schön und sauber, manchmal sehr ästhetisch, meistens eher unauffällig, passend zur Stimmung des Films. Es wird öfter auf Kranfahrten zurück gegriffen, die einem die Situation in der Vogelperspektive zeigen und zur seltsam einfachen Ästhetik hinzufügen. Auch die Musik reiht sich darin ein und läuft angenehm unauffällig nebenher.

Schade ist, dass sich der Film durch ein paar wenige, unnötigen Szenen manchmal etwas zieht und Stränge nicht verfolgt werden können, bei denen man sich am Ende fragt, was da wohl passiert ist. Trotz der, für skandinavische Filme typischen, eher ruhigen Erzählweise einer Alltagsgeschichte bleibt der Film durchweg interessant, was auch der guten Schauspielleistung zu zurechnen ist. Beim Gullbagge Award wurde der Film für sieben Kategorien nominiert und gewann drei, unter anderem für Rolf Lassgård als bester Schauspieler.

Dieser Film ist jedem zu empfehlen, die das skandinavische Kino lieben und einen angenehmen Film über die Leichtigkeit des Lebens, den Alltag und Freundschaft und Liebe sehen wollen. Definitiv ein schöner Film, um mit den Eltern rein zu gehen und sich zusammen zu erfreuen.

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