Eine Anleitung bei Beschwerden aus "Das Heilwissen der Hildegard von Bingen"

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Anleitung bei Frauenleiden: Menstruationsbeschwerden

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© 2015 Gräfe und Unzer Verlag

Spielen die weiblichen Hormone verrückt, sind verschiedene Störungen die Folge. Dazu zählen zum Beispiel das prämenstruelle Syndrom, Beschwerden während der monatlichen Periode (Schmerzen, Unregelmäßigkeit), Kinderlosigkeit und Beschwerden während der Wechseljahre (Klimakterium) mit Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Depressionen. Hildegard hat uns wertvolle Rezepturen und Behandlungshinweise gegeben, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Ursache der Störung ist nach Hildegard ein Säfte-Ungleichgewicht.

 

Hildegard von Bingen schreibt:

„Und wer in den Eingeweiden Schmerzen hat, der koche Mutterkraut mit Wasser und Fett oder Öl. Und er gebe feinstes Mehl dazu, und so bereite er eine Suppe und esse sie… Und wenn Frauen den Monatsfluß haben, sollen sie diese Suppe, wie vorhin gesagt, bereiten und essen, und dies bereitet eine…leichte Reinigung des Schleims und des inneren Unrats und leitet den Monatsfluß hinaus.“

Was hilft?

Rezepturen oder Fertigarzneimittel:

Bei krampfartigen Menstruationsstörungen (schmerzhafte, unregelmäßige, ausbleibende Monatsblutung) und beim prämenstruellen Syndrom: Galgant-Honig. Bei scherzhafter Periode und Bauchschmerzen empfiehlt Hildegard Mutterkraut; sie schreibt dazu: “…und salbe stark ein, wo es wehtut, und du wirst geheilt. Und den schmerzenden Eingeweiden ist dieser (Saft) wie eine angenehme Salbe“ (Mutterkraut Creme, Hildegard Stadtdrogerie; Mutterkrautcreme, Naturprodukte Hangler; Mutterkraut-Creme, St. Hildegard Posch und Maria Adam Naturprodukte). Bei zu starker Monatsblutung sowie bei Menstruationsbeschwerden hilft Betonika-Wein. Eine Falsche soll innerhalb von 14 Tagen schluckweise getrunken werden (Betonika-Wein, St. Hildegard Posch). Bei Zwischenblutungen, hormonellen Störungen und Hitzewallungen: Weinraute-Presslinge, St. Hildegard Posch; Zimt-Tabs, St. Hildegard Posch. Bei Schmerzen während der Periode, geeignet vor allem für magere Frauen, die nicht so oft krank sind, hilft auch das Engelsüß-Salbei-Pulver. Es mindert nach Hildegard die „üblen Säfte“, die Schmerzen in den Eingeweiden auslösen, und wirkt reinigend. Generell bei Eingeweideschmerzen sowie bei Leber- und Lungenleiden hilft Hirschzungen-Elixier, denn es nimmt nach Hildegard die „innere Fäulnis und den Schleim weg“.

Ernährung:

Bei Ausbleiben der Regelblutung empfiehlt Hildegard, auf Rindfleisch und andere schwere und kräftige Speisen zu verzichten und stattdessen „angenehme“ Speisen zu verzehren sowie Wein zu trinken. Ansonsten soll Brunnenwasser getrunken werden (stilles Wasser).

Nach Dr. Hertzka hilft bei verhaltenem Monatsfluß und prämenstruellem Syndrom die Liebstöckel-Eidotter-Suppe: Drei Eier werden in einer Bouillon verrührt, dazu gibt man drei Esslöffel Sahne, zwei Esslöffel Liebstöckel-Saft und ein halbes Glas Wein. Alles kurz aufkochen und von dieser Suppe an den acht bis zehn Tagen vor der Regelblutung vor und nach den Hauptmahlzeiten, mindestens aber einmal am Tag eine halbe bis ganze Tasse trinken.

Sonstiges:

Der Aderlass ist bei allen hormonellen Störungen wie bei Menstruationsstörungen hilfreich. Empfehlenswert bei Frauenleiden ist das Schröpfen zwischen Gesäß und Kniekehle an den Oberschenkeln. Bei Gemärmutterkrämpfen und Unterleibsschmerzen ist die Moxibustion heilsam und schnell wirksam. Eine Moxa-Therapie kann nach Dr. Nottbohm (hier nicht strend im Sinne Hildegards, sondern aufgrund praktischer Erfahrungen) die Hirnanhangdrüse und die Nebennieren anregen, Hormone auszuschütten.

Vergessene Heilpflanze

In den meisten Büchern über Heil- und Arzneipflanzen sucht man das Mutterkraut (Tanacetum parthenium, Chrysanthemum parthenium) vergebens. Dabei war es im Mittelalter eine geschätzte Heilpflanze. Die Blüten ähneln im Aussehen den Blüten der Echten Kamille. Vor etwa 15 Jahren entdeckte man, dass das Mutterkraut eine Wrikung gegen Migräne besitzt, und so kam die Pflanze zu neuen Ehren. Im Mittelalter wurde das Mutterkraut gegen Erkältungen, Asthma, Rheuma und Verdauungsbeschwerden verordnet. Bei Hildegard von Bingen lesen wir die Empfehlung, Mutterkraut in verschiedenen Zubereitungen bei schmerzenden Eingeweiden und Menstruationsstörungen anzuwenden.

Das Heilwissen der Hildegard von Bingen

Günther H. Heepen

Kartoniert

€ 24,99 inkl. MwSt.
  Textauszug aus dem Sachbuch „Das Heilwissen der Hildegard von Bingen“ von Günther H.Heepen.

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