Hinter den Kulissen der Esoterik

Eine sonderbar gekleidete Frau betritt eine Bar. Erstaunt beobachtet der Barmann, wie zunächst nur ihr ausgestreckter Arm in seinem Eingang erscheint. Daran baumelt ein riesiges Kristallpendel. Plötzlich zischt es. Ein wunderliches Gemisch blumig schwerer Düfte dringt in den Schankraum und endlich wagt sich die Dame durch die Tür. Umhüllt von irritierend bunten Tüchern zeigt sie dem Barmann das erhabenste Lächeln, das er je gesehen hat. Da erkennt er obendrein auch noch einen vollkommen goldenen Papagei auf ihrer Schulter, der die Erhabenheit der Dame sogar noch übertrifft.

„Donnerwetter! Woher bekommt man denn so etwas Abgefahrenes?“, erkundigt sich der Wirt. Darauf der Papagei: „Zur Zeit ist eine Esoterikmesse in der Stadt. Da gibt’s Hunderte von denen!“

zwei Autoren, noch inkognito

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Für die Einen sind Esoteriker einfach nur leichtgläubige Spinner, die vor der Realität in eine schillernde Seifenblase flüchten – in eine Traumwelt, die ebenso instabil ist, wie sie selbst. Für Andere hat die Suche nach esoterischen Antworten einen bereichernden persönlichen Wandel mit sich gebracht.  Manche sprechen sogar von einem globalen Wandel, der die Menschheit ein stückweit bewusster und ganzheitlicher gemacht hat. Dazwischen gibt es alle erdenklichen Schattierungen an  verschiedensten Einstellungen zu diesem Thema. Interessanterweise gibt es zwei große Konstanten bei all dieser Meinungsvielfalt. Zum Einen ist doch im Grunde jeder Mensch irgendwie ein kleines Bisschen esoterisch. Viele werden jetzt denken, dass sie selbst ganz sicher nicht dazugehören, aber bei genauerem Hinsehen, wird fast jeder zumindest eine Spur des Irrationalen und eigentlich Unvernünftigen in sich entdecken: Etwas Aberglaube vielleicht, oder eine unbestimmte Ahnung von etwas Höherem im Leben. Der Mensch glaubt. Mit Esoterik jedoch will keiner etwas zu tun haben. Damit sind wir auch schon bei der zweiten festen Größe: Die nahezu einheitliche Verneinung der esoterischen Zugehörigkeit. Sogar diejenigen, die selbst an Esoterik glauben, fürchten sich oft davor, als „Esoteriker“ abgestempelt zu werden. Besonders bizarr ist diese Scham bei vielen von denen, die ihr tägliches Brot in dieser Branche verdienen. Klar, keiner will esoterisch sein, und am allerwenigsten die Esoteriker selbst. Ulkig, nicht wahr? Tja, liebe Leser, so hart es auch klingen mag: Esoterik scheint peinlich zu sein und ihre weitverbreitete Ablehnung hat, ehrlich gesagt, eine Menge berechtigte Gründe! Einen davon möchten wir in diesem Artikel betrachten.

Wenn wir hier über die Schattenseiten der Esoterik schreiben, überprüfen wir uns stets, ob dies überhaupt dienlich ist. Was bewirkt es Gutes, wenn wir jemanden durch unsere Einblicke verwirren oder enttäuschen? Womöglich möchten wir bloß den Schatten Anderer aufzeigen, um uns selbst in ein besseres Licht zu stellen? Okay, es macht uns ungeheuren Spaß, diese Dinge einmal auszusprechen, aber wie ehrlich dürfen wir sein, ohne jemandem damit zu schaden? Derlei Fragen kreisen zuhauf in unseren Köpfen und münden schließlich in folgender Feststellung: Uns scheint gerade jetzt eine Zeit der hervorbrechenden Wahrheiten zu sein. Unsere Welt verändert sich augenscheinlich – und so ist es auch für die Esoterik längst überfällig, sich endlich einmal weiter zu entwickeln. Es wird Zeit für einen Frühjahrsputz. Zu diesem Zweck sollte auch unser Verständnis dieser Weltanschauung genau überprüft und bereinigt werden. Wenn wir klar erkennen, was Esoterik eigentlich ist und vor allem, wenn wir verstehen, was sie alles nicht ist, dann wird auch ihr nützlicher Kern wieder sichtbar. Nach Jahrtausenden der Verdrehung, Verkitschung und Vermarktung, steht uns seine Hilfe, etwas versteckt zwischen all dem Schnickschnack, noch immer zur Verfügung.

Wie ein Arzt, der auspackt über die Machenschaften der Pharmaindustrie, weil er sich seiner medizinischen Berufung verpflichtet fühlt, so können wir Ihnen aufdecken, was wirklich hinter den Kulissen der Esoterik vor sich geht. Wir können das, weil wir seit vielen Jahren tief genug in der esoterischen Szene verankert sind und sehr enge Kontakte in diesem Markt, zu Kunden wie auch zu Anbietern, haben. Einer von uns arbeitet für einen großen spirituellen Konzern. Stellen Sie sich einen unverschämten Handwerker vor, der nichts ernst nimmt, nicht einmal sein eigenes Misstrauen. Und irgendwie ist dieser Narr vor langer Zeit mit seinem Werkzeugkoffer in diese Branche geraten. Naja, kennen Sie Jesus? Bei dem fing das auch so an! Der andere Verfasser ist von ganzem Herzen ein esoterischer Bestsellerautor. Also, dieser Jesus würde sich garantiert jederzeit von ihm channeln lassen – wenn er ihn nicht ständig mit irgendetwas wegräuchern würde. Wir kennen keinen, der das mit der Esoterik so ernst nimmt und auch keinen sonst, der immerzu ein Tütchen Weihrauch dabei hat. Jeder von uns beiden hat viele Verbindungen in die deutschsprachige Eso-Szene und zusammen kennen wir sie fast alle. Jemand, der für Andere vielleicht ein großer spiritueller Lehrer oder ein Coach ist, ist für uns einfach ein Kollege, mit dem wir nach einer Veranstaltung ein Bierchen trinken gehen oder Ähnliches. Mit manchen Autoren und Referenten pflegen wir Freundschaften, bei vielen anderen erhielten wir lediglich ein paar Einblicke. Zum Teil ließen uns diese Einsichten ganz schön aufschrecken. Wir haben die Menschen hinter den  einschlägigen Veranstaltungen kennengelernt und die Mechanismen beobachtet, die aus kleinen Pflänzchen Mega-Guru-Bäume gemacht haben.

Anfangs waren sicherlich auch wir selbst geblendet und erfreut, von manchen Facetten dieser strahlend glänzenden Kugel, die all das beinhaltet, was die esoterische Szene darstellt. Doch durch unsere Tätigkeit kamen wir so nahe an diese heran, dass wir erkennen mussten, dass diese Kugel nicht aus ihrem eigenen Licht heraus leuchtet, sondern, dass es ein sehr mühselig aufgetragener goldener Lack war, der uns blendete.

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Moment mal, Kollege! Das riecht mir jetzt doch etwas zu sehr nach deinem Weihrauch. Da fehlt nur noch, die Floskel: „… und der goldene Lack fing langsam an zu bröckeln!“ Nur fürs Protokoll: Mit „wir“ ist hier unser Räuchermann gemeint. Ich selbst habe keine goldene Kugel gesehen und mich schon gar nicht von dem Gefunkel täuschen lassen …

Okay, na schön. Wir beide – also eigentlich nur ich – waren so erschrocken, von vielen unserer Erlebnisse, dass wir uns selbst irgendwann wieder ein wenig aus der Szene herausholen mussten. Diese Enttäuschungen betreffen grundlegende Irrtümer, Halbwahrheiten und Vereinfachungen, unkritische Fantastereien, aber auch ziemlich verantwortungslose Praktiken und bewusste Geldmacherei. Dazu gesellen sich unter Anderem noch eine Menge Klischees, peinliche Angewohnheiten, Selbsttäuschung und Selbstüberschätzung, faule Ausreden und die unglaubliche Schwammigkeit vieler esoterischer Begriffe. Wir wundern uns auch regelmäßig über den eigenartigen Ausbildungs- und Arbeitswahn der Esoteriker – immer muss mit und an allem gearbeitet werden. Bemerkenswert ist auch das ganz eigene Vokabular: Es wimmelt von Spiegeln, Symbolen, Energien, Projektionen, Polaritäten und Schwingungen. Und eigentlich ist ja sowieso jeder von uns Gott! Es gibt also recht viele Baustellen. Deshalb werden wir in diesem Artikel nur eine davon beleuchten. Zu den mit Abstand beredtesten Enttäuschungen für uns zählt die himmelweite Diskrepanz zwischen dem, was viele bekannte Persönlichkeiten des Esoterikmarktes ihren Kunden/Lesern/Schülern an Ratschlägen verkaufen und dem, was diese selbst dann hinter den Kulissen praktizieren. Natürlich wird auch in dieser Branche gelogen – das ist nichts, was man speziell den Esoterikern vorwerfen könnte. Vielmehr könnte man ihnen manchmal sogar vorhalten, dass sie den Quark wirklich selbst glauben, den sie so produzieren. Es geht also nicht darum, den Einzelnen zu verurteilen, sondern darum, dem ehrfürchtigen Verbraucher aufzuzeigen, dass er gar nicht so weit von seinen Weisheitslehrern entfernt ist.

So manche berühmte „Größe“ predigt auf der Bühne und in seinen Bestsellern stets von Einheit, Liebe und Vergebung, pöbelt dann aber hinter den Kulissen ständig seine Angestellten und Kollegen an. Wir erinnern uns da beide unangenehm an diverse Lichtgestalten, die sich nur zu gerne über jede kleine Banalität aufregten und uns damit das perfekte Bild von Ungeduld und Trennung demonstrierten. Vor dem Zuschauerraum brannten zuweilen hunderte Menschen begierig darauf, endlich die Gegenwart ihres Idols genießen zu können, während hinter der Bühne jeder, der ihn dort schon einmal erlebt hat, einen großen Bogen um den Meister machte. Sie können sich vorstellen, wie enttäuschend das bisweilen für uns war. Leider sind solche Erlebnisse keine Seltenheit. Es ist also nicht immer ratsam, Verhaltensratschläge von jemandem anzunehmen, nur weil er diese gut formulieren kann und viele Bücher damit verkauft hat. Wir wollen nicht vergessen, dass gerade die wenigen wirklich erfolgreichen Autoren teilweise zu VIP-Gehabe und wirklich abgehobenem Verhalten neigen. Das sollte man sich gerade im Bereich Lebensberatung bewusst machen, bevor man diesen Vorbildern  nacheifert. Geradezu asozial erscheint das überhebliche Gebären von einigen selbsternannten Erleuchteten, die einen gigantischen Kult um sich herum aufgebauscht haben, nur weil sie vor 20 Jahren einmal ein kurzes Einheitsgefühl verspürten. Diese Menschen sind nicht das, wofür sie sich selbst halten, nämlich etwas Besseres, sondern sie sind in erster Linie geschickte Wahrheitsverkäufer, die trotz (oder gerade wegen) massenweise verkaufter Bücher, absurd hohe Preise für ihre überfüllten Vorträge und Seminare verlangen. Dort lehren sie dann oft genau das, was sie besser selbst einmal beherzigen sollten. Was sagen Sie beispielsweise, wenn ein „spirituelles Traumpaar“ der Szene, welches sehr erfolgreiche  Beziehungsbücher schreibt, in Wirklichkeit wie Feuer und Wasser ist. Merke: Die Esoterik ist ein Millionengeschäft, indem es eben auch darum geht, soviel Geld wie möglich zu scheffeln. Das sollte man nie aus dem Blick verlieren. Würde es sie wundern, wenn einer der aktuell erfolgreichsten Esoterikautoren in Deutschland einzig und allein wegen des Geldes über Themen schreibt, die in der Szene gerade lukrativ sind? Er selbst hat sich jüngst sogar damit gebrüstet, wie gerissen er doch die Finanzierung neuer Autos und eines Hauses im Ausland vorausgeplant hat, indem er einfach eine Reihe von Expertenbüchern über einen aktuellen Esoterik-Trend schreibt, dessen Inhalte ihn gar nicht wirklich interessieren. Das mag vielleicht beim Verfassen von Telefonbüchern zulässig sein, aber nicht, wenn es um Lebensberatung und um hilfesuchende Menschen geht.

Apropos Trendthema: Quantenheilung ist ohne Zweifel so ein Trend. Kaum ein neues Buch im Esoterikregal ohne das Wort Quanten im Titel. Ja, auch die Esoterik hat ihre Modeerscheinungen. Noch vor ein paar Jahren, nach dem Riesenerfolg von „The Secret“, schien fast jeder, der in der Branche etwas auf sich hielt, ein eigenes Werk zum Thema Wünschen herauszubringen. Ein jeder schrieb sich die Finger wund, um auch etwas vom Wunschkuchen abzubekommen. Geheimnisvolle Siegel kennzeichneten eine ganze Flut antik gestalteter Bücher mit künstlich vergilbten Seiten und Schnörkelschrift. Alle boten exklusiv das größte Geheimnis des Universums feil. Komischerweise hatten diese kosmischen Mysterien auffallend oft  mit Geld, Traumhäusern und Ferraris zu tun. Mit den satten Erlösen konnten sich dann wenigstens die Autoren – ganz real – einige Wünsche erfüllen. Die Leser blieben oft noch unbefriedigter zurück und kauften sich aus Frust die neusten Ratgeber, die erklärten, was zu tun ist, wenn es mit dem Wünschen nicht klappen sollte. Übrigens hält einer von uns beiden das Wünschen für eine wirklich gefährliche Sache. Der andere findet es einfach nur unsinnig – Da konnten wir uns leider nicht einigen. Wir fragen uns jedenfalls: Wen erfüllen diese ganzen Wünsche? Welchen Teil in uns nähren Sie? Wer sagt denn, das Herbeigesehnte täte uns überhaupt gut? Ja, seit wann wissen wir schon, was wir wirklich brauchen? Und könnte es nicht sein, dass uns diese ganze Wunschgeilheit in Wahrheit bloß blockiert? Positives Denken mag ja durchaus Gutes bewirken, aber diese Gier bringt uns garantiert nicht weiter.

Der größte aktuelle Esoteriktrend lockt die Leser mit dem Schlagwort Quanten: Quanten-Heilung ebnete den Weg für Quanten-Reading, -Medizin, -Chirurgie, -Engel, -Matrizen und so weiter … Doch was sind Quanten überhaupt und was hat Quantenphysik mit Buddhismus oder der Aura zu tun? Selbst Physiker, die ihr halbes Leben mit dem Studium der Quantenphysik verbracht haben, beginnen gerade erst die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Phänomene zu verstehen. Eine Erklärung ist selbst für sie nicht einfach. Doch zum Glück gibt es die Esoteriker. Wir waren so frei, einmal ein paar Quantenheiler zu fragen, was Quanten eigentlich sind und wieso diese denn bei der Heilung helfen sollen. Die Antworten waren überwiegend naiv, peinlich bis unverschämt. Stellen Sie sich vor: Diese Leute bieten vermeintliches Wissen und Dienstleistungen (für viel Geld!) unter einem Namen an, den sie selbst nicht einmal verstehen. Von den Erkenntnissen der Quantenforschung ganz zu schweigen. Der Knüller dabei ist, dass sich die Quantenheiler zur Zeit auch noch gegenseitig verklagen, um ein Vorrecht auf diesen unverstandenen Begriff zu erbeuten. Viele „Quantum-Experten“, die wir befragt haben, wussten nicht einmal, wie der Singular von Quanten heißt, aber Hauptsache, das Wort prangt als Gütesiegel auf ihren Büchern. Offenbar genügt das, um viele Leser zu gewinnen, denn leider scheint auch die Kundschaft nicht weiter nachzufragen, wo genau hier der Zusammenhang besteht und wie gut dieser begründet ist. Die Experten müssen es ja wissen, oder? Naja, die Antwort können Sie sich ja nun denken.

Dieselben Muster finden wir natürlich auch bei anderen großen Themen des spirituellen Lebens, wie zum Beispiel dem wirklich begrüßenswerten Ernährungstrend, der gerade grüne, vegane und rohe Kost immer beliebter macht. Auch hier kann es nicht schaden, sich seine Vorbilder genauer anzusehen, bevor man nach ihrer Anleitung seine komplette Ernährung bzw. seinen Tagesablauf  umstellt. Wir könnten hier durchaus Beispiele von glühenden Rohkost-Verfechtern nennen, die offiziell nur vegane Kost empfehlen, aber selbst am Liebsten ein Stück schönes halb gebratenes Fleisch genießen. An sich ist das nichts Schlimmes, aber als Vorbild nicht zu gebrauchen. Doch als kleines Gegengewicht, möchten wir auch erwähnen, dass beispielsweise der bekannteste Rohköstler Deutschlands unserer Meinung nach wirklich so ehrlich und authentisch ist, wie er in der Öffentlichkeit rüber kommt! Wir freuen uns auch über viele Autoren und Kollegen, die mit ihrer natürlichen und herzlichen Art einiges an Wertvollem in der Branche beigetragen haben. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob wir den Informationen oder Phänomenen glauben, die diese Leute präsentieren. Wenn unser Insider mit dem Werkzeugkoffer zum Beispiel absolut nicht an Einhörner glauben will, so gibt es trotzdem eine bestimmte Persönlichkeit, der er es immer wieder vollkommen abkauft, wenn sie von den Erfahrungen spricht, die sie Einhörner nennt. Und das will was heißen! Sie können sich nicht vorstellen, wie er sich sonst über solche Behauptungen amüsiert.

Ja genau, treten wir doch mal schön breit, welch ein unsensibler Holzklotz ich in dieser Hinsicht bin! Aber dann gib auch zu, dass Du Dich am Ende doch meistens anstecken lässt, wenn ich mal wieder irgendwelche Engelmedien oder Aurasoma-Hausfrauen auslache, die ihren eigenen Hund channeln. Und, wie ich immer zu der erwähnten Einhorn-Dame zu sagen pflege: „Du brauchst gar keine Einhörner, um die Leute zu inspirieren. Dein Lächeln reicht völlig aus.“

Oha, da stimme ich gerne mit Dir überein, aber unsensibel bist Du trotzdem, denn wieso soll man nicht Informationen von seinem Hund erhalten können? Manchmal könnten wir Menschen uns von der Liebe und Selbstlosigkeit der Haustiere eine dicke Scheibe abschneiden! Und es gibt zum Beispiel tatsächlich auch wahre Engelmedien, wenn auch nur einen kleinen Prozentsatz, die wirklich echten Kontakt mit Engelenergien haben.

Da sind sie wieder: Diese Behauptungen!

Keine Behauptungen, sondern Erfahrungen, mein Freund!

Deinen Erfahrungen glaube ich gerne, aber nicht Deinen Schlussfolgerungen, dass diese Erlebnisse zwingend etwas mit Engeln zu tun haben.

Das Wesentliche ist Authentizität.

Amen!

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Spirituelle Lehrer sind wichtig. Sie bedienen eine große Nachfrage der Menschen. Es ist wichtig, dass dieses Angebot immer zur Verfügung steht, denn diese Vermittler haben schon viele Sinnsuchende ein Stück weit in sich selbst geführt. Doch die Lehrer sind deshalb nicht besser, als ihre Schüler. Leser denken oft, die Autoren der Bücher seien ihnen selbst so weit voraus, so viel weiter entwickelt, so viel näher an der Erleuchtung. Wir gehen alle auf dieselbe Schule, doch in unterschiedliche Klassen. Ein Drittklässler nimmt manchmal die Nachhilfe von einem Fünftklässler in Anspruch, weil dieser aufgrund seiner Erfahrung ein Wissen hat, dass der Drittklässler eben noch nicht hat. Aber glauben Sie der Fünftklässler ist wichtiger? Glauben Sie Gott empfindet mehr Stolz für ihn? Ist er bedeutender oder besser, weil er in eine andere Klasse geht? Der Fünftklässler hat genauso seine Lebensthemen und Erfahrungsbereiche wie der Schüler, der die dritte Klasse besucht. Ein befreundetes Medium hat das einmal toll erklärt: Wir sind alle Zahnräder, die ineinander greifen, um die große Maschinerie des Lebens, der Schule der menschliche Entwicklung, zu bewegen. Wenn nur ein kleines Zahnrad fehlen würde, dann würde das Ganze nicht mehr funktionieren. Sind Sie also wirklich klein? Nein, Sie sind großartig! Blicken Sie nicht auf die spirituellen Lehrer in dem Glauben, sie seien so weit entfernt von Ihnen. Gurus und Spiritueller Lehrer sind nicht zwingend weiter wie Sie. Der Schatten eines jeden Menschen, sehnt sich nach Anerkennung, Ruhm und Macht. Was in der Industrie und in der Politik so ist, verhält sich selbstverständlich auch in der Esoterik so. Vielleicht erscheinen die Schattenseiten der Esoterik umso größer, je weiter sich diese dem Licht nähert? Holen Sie die Gurus von ihrem Podest herunter. Lernen Sie von ihnen, besonders, wenn Sie ihre Schatten sehen können. Wenn Sie das Bedürfnis dazu verspüren, dann sammeln Sie Erfahrungen mit ihnen und lassen Sie sich von ihrer Aura berühren.

Oh Gott, so was musste ja noch kommen – Das mit der Aura hättest Du Dir echt sparen können! Also, liebe Leser, vielleicht denken Sie das nächste Mal, wenn Sie sich von der Aura einer Madame Helena befummeln lassen, wieder an unsere Worte: Sie ist auch nur ein Mensch! Und der Status „Autor“ sollte ganz besonders in dieser Branche nicht überbewertet werden. Meinungsvielfalt ist gut und lehrreich, aber nur weil einer seine Meinung zu Papier bringt (vorausgesetzt, das ist überhaupt seine Meinung), ist diese nicht wahrer oder wertvoller als die Ihres Friseurs. Nichts für ungut.

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Die Verfasser:

Die beiden Autoren dieses Artikels sind Insider der esoterischen Szene und Ihnen vielleicht nicht unbekannt. Sie wollen mit diesem Artikel nicht provozieren, sondern aufklären und zu einem tieferen Nachdenken über die esoterische Szene inspirieren. Sie schreiben gerade an einem gemeinsamen Buch zu diesem Thema. Auch in der esoterischen Szene wird es Zeit für einen Wandel.

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