"Liebe – das Herz aller Weltreligionen" von Christian Salvesen (Rezension)

Ein Buchtipp in Zusammenarbeit mit Connection. Rezension von Daniel Herbst

Liebe, Das Herz aller Weltreligionen

Christian Salvesen

Gebunden

€ 19,95 inkl. MwSt.
Liebe ist eine allgemein menschliche und vielleicht auch tierische Erfahrung seit Millionen von Jahren. Da ist die sexuelle Liebe, die Mutterliebe, das füreinander Sorgen, die Freundschaft. Liebe wird als ein höchstes Gut verehrt, ersehnt und geschützt, etwa gleichrangig mit Glück und Lebenserfüllung. Und wie ist das mit der göttlichen Liebe, der Liebe zum Göttlichen? »Keine Macht der Welt kann die Liebe vernichten, wenn sie zu ihrer wahren Stärke, der Hilflosigkeit steht«, sagt Christian Salvesen. Wunderbar gesagt! – Natürlich ist die Liebe stets davon bedroht, von Machtinteressen vereinnahmt zu werden, z.B. von den Organisationen, die die Religionen verbreiten. Aber darum geht es in dem Buch eher nicht.

»Ich bin wert, von Gott geliebt zu werden«

Zunächst werden dem Leser die fünf »Weltreligionen« kurz, überaus klar und einleuchtend vorgestellt. Anschließend werden sie anhand jeweils eines klassischen Kerntextes, der sich auf die Liebe bezieht, sicht- und erfahrbar gemacht: »Das Hohelied Salomos« (Judentum) interpretiert Christian Salvesen als einen Vorläufer zur Menschenrechtscharta – will sagen: Die Würde und die individuelle Freiheit gehören zum Menschen. Schließlich sagt Jahwe »Ich bin, der ich bin«, und so darf auch der Mensch sagen: »Ich bin ich. Ich bin einzigartig und wert, von Gott und den Menschen geliebt zu werden.« Salomons Hohelied steht für das Grundrecht des Menschen, sich selbst zu ermächtigen. Paulus’ Botschaft für das Christentum heißt: Die Liebe ist überpersönlich; obwohl – oder gerade weil – der christliche Glaube das persönliche Gottesbild und -verständnis hegt und pflegt.

Den Islam lässt Christian Salvesen vor allen Dingen von den Mystikern repräsentieren. Rumi steht vielleicht wie kein anderer für die Ichauflösung in Gott. Es werden auch andere Perlen präsentiert, z.B.: »Ich will Wasser in die Hölle gießen und Feuer ans Paradies legen, damit diese beiden Schleier verschwinden und niemand mehr Gott aus Furcht vor der Hölle oder in der Hoffnung aufs Paradies anbete. Sondern nur noch um seiner eigenen Schönheit willen.« Diese Aussage der islamischen Mystikerin Rabia al-Adawiyya repräsentiert den Duft des Buches auf hervorragende Weise. Darin geht es immer um die abgrundtiefe Liebe und das Erkennen und niemals um angstmachende Bilder oder falschen Gotteseifer.

Der Hinduismus schließlich wird durch die Bhagavadgita repräsentiert: Hier erkennt Arjuna, der von Krishna auf dem Schlachtfeld beraten wird, dass Liebe das alles lenkende Prinzip jenseits von Gut und Böse ist. Das Herzsutra, ein schwer verständlicher Text, den Christian Salvesen für den Buddhismus ausgesucht hat, macht deutlich, dass das Mitgefühl des Bodhisattvas aus der Erkenntnis erwächst, das Form und Leere (letztendlich) ein und dasselbe sind.

»Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen«, schrieb Paulus. »Sie macht Glaube und Hoffnung geradezu überflüssig«, sagt Christian Salvesen. Dem ist nichts hinzuzufügen, finde ich. Christian Salvesen ist das Kunststück gelungen, ein überaus informatives Buch zu verfassen, das sich nicht nur spannend liest, sondern das auch auf sehr angenehme Weise zu Herzen geht!

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