"McSex" von Myrthe Hilkens (Rezension)

Ein Buchtipp in Zusammenarbeit mit Connection. Rezension von Christine Höfig

McSex

Myrthe Hilkens

Kartoniert

€ 18,00 inkl. MwSt.
Die Autorin aus den Niederlanden ist nur zwei Jahre jünger als ich, stelle ich gleich fest. Ich bin zunächst etwas befremdet, was in Holland für sexualisierte Parties die Studenten feiern. Andererseits, gab es nicht auch in dem kleinen Universitätsstädtchen Bayreuth, in dem ich studiert habe, Kiez-Parties und Moulin Rouge-Parties?

Myrthe Hilkens ist Musikjournalistin. Die HipHop-Gruppen, über die sie normalerweise schreibt, kenne ich eigentlich fast nur vom Hören-Sagen. Myrthe stellte im Laufe ihrer Karriere fest, dass die Lieder und Videos ihrer HipHopper immer pornografischer wurden. Oh ja, man hört es immer wieder, dass diese sogenannten Porno-Rapper üble Texte haben, wie der Arschfick-Song oder der Gangbang-Song. Doch wenn ich ehrlich bin, sind nicht nur im HipHop die Texte sexuell expliziter geworden. Ich selbst höre vor allem Gothic und Metal, und die Band Agonoize könnte man schon als Porno-Gothics bezeichnen…

Myrthe geht dieser Pornifizierung der Gesellschaft nach, ausgehend von ihrer eigenen Subkultur. Sie befragt junge Leute zwischen 15 und 32 über ihre Erfahrungen mit Pornografie, Sexismus, Schönheitsidealen. Hat uns die sexuelle Revolution wirklich Befreiung gebracht, oder wurden wir nicht vielmehr in andere Rollenklischees gepresst? Jetzt muss jeder Kerl ein cooler Macker sein und jede Frau ’ne heiße Braut – aber nicht zu heiß, sonst ist sie ja ’ne »Bitch«. Zumindest entsteht dieser Eindruck bei Jugendlichen.

Myrthe bringt interessante Statistiken: Zwar ist insgesamt die Zahl der Sexualstraftaten in den Jahren der wachsenden Verfügbarkeit pornografischen Materials stark gesunken, aber die Zahl der minderjährigen Straftäter ist um 79 Prozent gestiegen. Woran liegt das, fragt sie. Sie sieht die Pornifizierung der Gesellschaft als Ursache und das damit einhergehende Frauenbild. Allerdings wünscht sie nicht, dass wir in prüde Zeiten zurückkehren, sie fordert lediglich einen natürlichen, wirklich befreiten Umgang mit der Sexualität.

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