„OM – Die Ursprache der Seele“ von Balaji També (Rezension)

200

Rezension von José Diaz  auf www.spuren.ch

OM - Die Ursprache der Seele, m. Audio-CD

Shri Balaji També

Gebunden

€ 22,99 inkl. MwSt.
Shri Balaji També ist spiritueller Meister, Ingenieur, Künstler, Autor, Sänger und Komponist, aber auch einer der weltweit bekanntesten Ayurveda-Experten. In seinem neuesten Buch «Om – Die Ursprache der Seele» (Arkana Verlag, München 2017) stellt der indische Arzt sein Santulan-Programm für ganzheitliche Gesundheit und spirituelle Entwicklung vor. Man kann es sich als intelligente Meditationstechnik vorstellen, die unsere angeborene Infrastruktur nutzt, um unsere ausserkörperlichen Erfahrungen weiterzuentwickeln und somit eine bessere Verbindung zum Selbst herzustellen. Diese Methode soll positiv auf das Nervensystem einwirken und mehr Potenzial im Gehirn freisetzen. Sie basiert auf den drei miteinander verknüpften Lebenswissenschaften des alten Indien: Ayurveda, Yoga und den Veden, die alle Energieaspekte des Lebens beschreiben. També bezieht sich auf verschiedene Mantras und Meditationen, Asanas und Atemübungen zur Harmonisierung von Körper, Geist und Seele. Der äussere Erfolg wird im Inneren erlangt; so gelingt es, mithilfe des inneren Potenzials die äussere Welt voll und ganz zu geniessen. Die erzeugte Energie wird konzentriert, indem man regelmässig das zentrale Mantra «Aum» rezitiert. Ein wertvolles, beeindruckendes Werk, das vielseitige Zusammenhänge erklärt. Die mitgelieferte CD dient zur Entspannung – wohltuende Klänge und Mantras laden ein zu tiefer Kontemplation.

 

Leseprobe aus: Om – Ursprache der Seele

Sanskrit und Gehirnfunktion

Wie lernt man, einen bestimmten Laut hervorzubringen? Die ein fachste Methode besteht darin, diesen Laut zu hören und ihn zu reproduzieren. Wenn man einen Laut jedoch möglichst genau kommunizieren möchte, obwohl man ihn gerade nicht hören kann, muss man ihn schreiben. Daher verfügt fast jede Sprache auch über eine Schrift.

Manche Schriften sind Bilderschriften, andere Schriften beziehen sich auf frühere Schriften entsprechend weit entwickelter Sprachen. Sanskrit verfügt über 436 spezifische Laute. Im Gegensatz dazu haben die meisten Sprachen nur etwa 25 bis 30 unspezifisch betonte Laute. In Bilderschriften können sehr viele Laute in der Schrift auftauchen.

Anders ausgedrückt, steht jedes Schriftzeichen für ein ganzes Wort und eben nicht für einen bestimmten Laut. Sanskrit wird in einer Schrift geschrieben, die im Grunde eine grafische Wiedergabe der Mundstellung bei der Tonerzeugung ist. Das Erscheinungsbild der Devanagari­ Schrift basiert auf der Form der Schallwellen und dem Mechanismus, mit dessen Hilfe man diesen Laut im Körper erzeugen kann. Die Devanagari-Schrift ist also bis zu einem gewissen Grad dazu in der Lage, im Körper die Schwingungen zu erzeugen, die den Wellen ihrer Laute entsprechen, weil sie eine wissenschaftlich gestaltete Schrift ist. Das kurze Sanskrit-a (wie im englischen away) wird beispielsweise in der Kehle gebildet und ohne weitere Modulation im Mund ausgesprochen. Dieser Laut kann sogar von Menschen ausgesprochen werden,die Probleme mit der normalen Lautbildung haben, für die man die Zunge braucht, beispielsweise Gehörlosen. Daher nimmt er imSanskrit den Platz des Grundlautes bzw. Des ersten Lautes ein und gilt als Ausdruck der Lebenskraft Dieser Vokal wird mit offener Kehle erzeugt und grafisch durch zwei Halbkreise dargestellt. Dementsprechend wird das Sanskrit-a in der Devanagari-Schrift also durch zwei zusammengesetzte Halbkreise geschrieben. Diese besondere Darstellungsform ist die einzige Möglichkeit, diesen Laut an sich zu bezeichnen.

Selbst wenn sein Indikator zusam men mit einem Konsonanten verwendet wird, gehört er nur zu diesem Laut, der auf keine andere Weise ausgesprochen werden kann. Im Gegensatz dazu gibt es in der lateinischenSchrift keine bestimmte Darstellungsform, mit der man eine bestimmte Aus­sprache des Lautes a festlegen könnte. Am nächsten kommt ihm das a im englischen away, aber dieser Laut existiert in schrift licher Form nicht als dieser bestimmte, unverwechselbare Laut. Jeder Mensch spricht dieses geschriebene a vielleicht ein wenig anders aus, und je nach dem Wort, in dem es vorkommt, soll es sogar jeweils anders ausgesprochen werden. Daher ist der biologische Nutzen eines solchen Systems gering.

Weil Laute und Schrift im Sanskrit eine biologische Intelligenz haben und an ganz bestimmte funktionale Zentren im Gehirn (Götter) geliefert werden, wird die Schrift Devanagari genannt, Stadt der Götter. Die Sprache, die in Devanagari geschrieben wird, Sanskrit, heißt auch Devabhasha – Sprache der Götter. In den 197oer- und198oer-Jahren haben Dr. L.S.Wakankar und Dr. Walawalkar umfangreiche Forschungen zur Devanagari-Schrift betrieben und ihre strukturierenden Elemente von der Entstehung bis zur Entwicklung der Schrift, wie wir sie heute kennen, in allen Einzelheiten beschrieben. Wer sich näher mit diesen For­schungen beschäftigen möchte, kann L.S. Wakankars Buch Ganesha Vidya. The traditional Indian approach to phonetic writing (Bombay 1968) zum Thema lesen.

In der Devanagari-Schrift werden die Buchstaben mit einer waagrechten Linie zu einem Wort verbunden. Um die einzelnen Wörter voneinander zu unterscheiden, sind diese Linien durch Abstände voneinander getrennt. Zusätzlich zu dieser waagrech­ ten Linie hat jeder Buchstabe eine senkrechte Linie, mit der er sozusagen an der Waagrechten «hängt». Das unterscheidet jeden Buchstaben und jedes Wort klar vom anderen. So entsteht eine Schrift, die eindeutig ist. Nachdem die Formen der Buchstaben entworfen waren, wurde die ganze Schrift um 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht, was die beschriebenen Aktionen erleichtert. Es gibt nur drei Devanagari-Buchstaben, deren senkrechte Linie die Struktur des Buchstabens nicht berührt, nämlich ga, na und sha.Daher wird diese Wissenschaftder Laute und der Schrift von alters her nach diesen drei Buchstaben benannt, nämlich Ganesha-Vidya. Ganesha ist auch eine der wichtigsten Gottheiten der hinduistischen Kultur. Meinen Recherchen und meiner Erfahrung nach repräsentiert Ganesha das organisierende Gehirnzentrum bzw. den Gott der Sprache.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Gefällt ihnen den Beitrag? Bewerten Sie in jetzt!)
Loading...

1 Kommentar

  1. Das Buch wirkt auf mich geradezu emotionslos und vewirrend. Es scheint einzig und allein dem Autor zu dienen, der zum westlichen Kulturerbe (oder anderen Kulturen) und dessen spirituellen Auffassung keinen Zugang besitzt. Vielmehr wirkt das Buch in seinem Inhalt auf mich beschränkend/eingrenzend, nicht wirklich geöffnet/offen oder dem allgemeinem Wohl zugewandt – also Welt freundlich. So hatte ich mit jeder weiteren Seite des Buches zunehmend ein unangenehmes Gefühl. Das Buch versucht Wissen zu suggerieren, an das bisher nur der Autor selbst zu glauben scheint. Auf diese Weise wurde es schlichtweg verfasst/geformt. Etwas anderes vermag ich zumindest dem Buch nicht zu entnehmen.

    Im Großen und Ganzen möchte der Autor ein Ergebnis zu transformieren, das durch sein vorherrschendes Ego Formen annimmt welche auf mich eigensinnig, womöglich sturr und mit anderen Daseins Berichtigungen nicht zu harmonieren scheint.

    Ich habe das Buch an den Verlag zurück geschickt.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*