"Sage mir deinen Namen und ich sage dir wer du bist" von J. Schaffer-Suchomel (Rezension)

200

Rezension von Natascha Stevenson

Sage mir deinen Namen und ich sage dir wer du bist

Joachim Schaffer-Suchomel

Kartoniert

€ 8,99 inkl. MwSt.
Die Namensgebung deines Kindes steht bevor? Oder du bist selbst neugierig, in wie weit dein Name dich als Mensch wiederspiegelt? Nicht notwendigerweise ein spiritueller, sondern vielmehr wissenschaftlicher Weg, aufklärende Namensanalyse zu betreiben, findet sich in diesem hilfreichen Buch!

Schriftsteller, die sich besonders viel mit Sprache, Worten und auch automatisch mit Buchstaben befassen, haben früh intuitiv erkannt, wie wichtig die Namensgebung ist.

»Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen gewöhnlich aus dem Namen lesen.« Goethe

»Ein falscher Name – das ist der Anfang vom Ende.« Shakespeare

So hat der Eigenname eindeutig Einfluss auf das ihn betreffende Wesen, wie auch Aussagekraft für Aussenstehende. Zu diesem Thema hat Joachim Schaffer-Suchomel geforscht und mehrere Bücher herausgebracht. Der Sprachanalytiker untersucht in „Sage mir deinen Namen und ich sage dir wer du bist“ 500 männliche und weibliche Vornamen sowie einzelne Buchstaben und Namensbestandteile auf ihre verborgene Bedeutung. Dabei arbeitet er sich alphabethisch durch und gibt immer Auskunft über die Qualität der Anfangsbuchstaben, das optische Bild, die dahinterstehende Essenz des Buchstabens, sowie mehrere Namensdeutungen mit Angabe der Namensvariationen aus anderen Sprachen. Natürlich ist vor allem die darin enthaltene Interpretation für den Leser interessant, die sich auf sein Leben, seine Persönlichkeit und seine Anlagen bezieht. In Suchomels sprichwörtlichen Erklärungen werden ursprüngliche Bedeutungsebenen eines Namens erkennbar, wie in den Redewendungen und Ausdrücken „Der Hans, der kann’s“, „den Harry spielen“, „den Louis machen“, „frech wie Oskar“, „alles Roger“, „Petrus meint es gut“ oder „Zappelphillipp“.

Auch historische Ursprünge, sowie Koseformen und Kurzformen verdeutlichen die Essenz des Namens oder der Namensgruppe. Werbenamen und prominente Namensträger, auch aus Literatur und Film, werden zur Veranschaulichung zahlreich genannt.

„Das Menschenkind Mogli in Walt Disneys »Dschungelbuch«, das nach einem Unfall seiner Eltern von einer Wölfin adoptiert und aufgezogen wird und in einer Wolfsfamilie aufwächst, gehört nicht wirklich in diese Welt, eben weil Mogli ein Mensch und kein wildes Tier ist. Deshalb passt der Name vorzüglich: Mogli mogelt sich durch eine Welt, die nicht die seine ist.“

Natürlich sind deshalb aber noch lange nicht alle Namensbrüder und Namensschwestern gleich in ihrem Charakter und Wesen, denn je nach Lebensumständen werden Persönlichkeitsaspekte gelebt oder verdrängt, sodass sich aus dem Grad der Selbstverwirklichung innerer Anteile ein individuelles Bild ergibt. Dieses Persönlichkeitsbild ist dann natürlich umso problematischer und belastender für die Person und seine Umwelt, falls sie keinen Weg finden sollte ihr Wesen auszuleben. Es gibt also immer die Möglichkeit zur negativen oder positiven Seite der Namensessenzen zu tendieren. Der Autor erklärt dazu beispielsweise:

„Der Vorname Harald geht zurück auf die althochdeutschen Begriffe heri (»Heer; Krieger«) und waltan (»walten, herrschen«). Harald zeigt sich beharrlich und harrt aus. Im Negativen krallt er sich fest, wirkt starr und stur oder »spielt den Harry« – was für »einen Aufstand machen« steht -, wenn er sich nicht genügend beachtet fühlt, denn ein Held will gesehen werden.“

„Der Großteil eines Lehrerkollegiums hatte Probleme mit einem Schüler namens Andreas. Das altgriechische andreios bedeutet »mannhaft, tapfer«. Andre as wird vom »as« seines Namens gezogen, dem höchsten Trumpf (As [s]) im Kartenspiel: Gern will er der Beste sein, am liebsten, indem Andreas es anders macht als die anderen, wie es als Anagramm in seinem Namen auftaucht. Fühlt er sich in dieser Kraft anerkannt, zeigt er sich sozial engagiert und ist ganz selbstverständlich für die anderen da. Wird der Essenz seines Namens aber entgegengesteuert, soll er sich also etwa in der Schule unterordnen, ohne das Gefühl zu haben, dass sein »Anderssein« prinzipiell akzeptiert ist, wird er Probleme bereiten, indem er sich vehement wehrt und aufsässig wird.“

Zum Schluss zeigt der Autor dem Leser einen einfachen Weg zur eigenen Namensanalyse per Tabelle. Außerdem erklärt er – und sicher ist dies für viele ganz besonders interessant – wie man, anhand der Vokalleiter und Konsonanten der beiden Namen eines Paares, den Grad der gegenseitigen Resonanz bildlich veranschaulichen kann. Demnach passen beispielsweise John Lennon und Yoko Ono wunderbar zueinander! Mit Informationen zum Autor und einem Namensregister schließt dieses Buch das Thema rund ab.

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