"Ständiger Heisshunger" von Christina McQueen (Rezension)

Ein Buchtipp in Zusammenarbeit mit Connection. Rezension von Kristina Kokta

Ständiger Heißhunger

Christina McQueen

Kartoniert

€ 22,00 inkl. MwSt.
Mehr als dreißig Jahre litt die Autorin an Bulimie. Mehr als dreißig Jahre dominierte die Sucht und die verzweifelte Suche nach Heilung ihr Leben. In zum Teil amüsanter Weise schildert sie in Ständiger Heisshunger ihren Lebensweg, der von ihrer religiös-konservativen Kindheit bis zu der ersten unglücklichen Verliebtheit und so zum Beginn der übermächtigen Ess-Brechsucht führte. Von nun an besteht ihr Lebensinhalt in der Beschaffung von Nahrung und deren möglichst unbemerktem Wieder-Loswerden. Getragen von dem Wunsch nach (Er-)Füllung stolpert sie von einer Liebschaft in die nächste, nach außen hin perfekt, innerlich sehnsüchtig und vor Scham vergehend. Die Erkenntnis, dass selbst die wahre Liebe sie nicht heilen kann, trifft sie hart und treibt sie in die Fänge weiterer Abhängigkeiten.

Als sie vom braven Lehrerinnen- und mustergültigen Ehefraudasein genug hat, reist sie kurzentschlossen zunächst ohne ihren Mann nach Indien, um ihren Hunger ein für alle mal zu stillen. Schon bald gehört sie zu den begeisterten Anhängern Bhagwans (Osho), verlässt dafür ihren Mann und zieht alleine in eine neue Kommune nach Amerika. Dort arbeitet sie tagtäglich bis zur totalen Erschöpfung, ausschließlich für ihren Guru und die Gemeinschaft. Die erhoffte Genesung ereilt sie dennoch nicht.

Bald hat sie so gut wie jede Methode und Therapie durchgemacht, die der spirituelle Markt in seinen Kursen und Seminaren zu bieten hat, aber die so sehnlichst herbeigewünschte Heilung findet immer noch nicht statt. Nach wie vor kämpft sie mit Fressattacken und anschließendem Erbrechen. »Ich habe…alles, was Wahrheit versprach, geschluckt, ausprobiert und schließlich wieder erbrochen«. Nichts war von Dauer. Erst als sie lernt, sich so anzunehmen, wie sie ist, kann sie den Teufelskreis durchbrechen.

In ihrem zweiten Buch »Beständiges Glück« beschreibt die Autorin den Weg nach der Bulimie, ihre Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer Vergangenheit sowie den Kampf mit ihrem durch den jahrelangen Raubbau geschwächten Körper. Anschaulich beschreibt sie die Erfahrung von »Neuschnee« – des Göttlichen, des Friedens und der Erlösung. Ihre wesentlichste Erkenntnis ist dabei: Man muss sich nicht verändern. Das Selbst ist genau richtig, so wie es ist.

Der dritte Band »…und es funktioniert« handelt davon, dass, obwohl sie innerlich längst zum Glück gefunden hat, ihre körperlichen Beschwerden immer noch Bestand haben. Mit Hilfe einer Heilpraktikerin gelingt es ihr schließlich, die lang unterdrückten Selbstheilungskräfte zu aktivieren und sie für sich zu nutzen. Getreu dem Motto: Erst wenn die Seele wahrhaftig im Gleichgewicht ist, kann auch die körperliche Ebene folgen.

Liest man alle drei Bände, lässt sich der Entwicklungs- und Erkenntnisfortschritt der Autorin auf beeindruckende Weise nachvollziehen. Es sind packende, humorvoll geschriebene Bücher über Abhängigkeiten, menschliche Sinnsuche und die Erkenntnis, dass der Weg zum Glück von jeher in einem selbst liegt.

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