"Teile dein Glück und du veränderst die Welt" von J. Todenhöfer (Rezension)

Ein Buchtipp in Zusammenarbeit mit Connection. Rezension von Christiane Barth

Teile dein Glück ... und du veränderst die Welt!

Jürgen Todenhöfer

Gebunden

€ 18,99 inkl. MwSt.
Der Autor ist kein Unbekannter: Er engagiert sich gegen den Kriegseinsatz der USA in Afghanistan und im Irak und hat zu diesem Thema bereits mehrere Bücher verfasst (»Wer weint schon um Abdul und Tanaya?«, »Andy und Marwa« sowie »Warum tötest du, Zaid?«). Zudem war er von 1972 bis 1990 als CDU-Mitglied im Deutschen Bundestag und von 1987 bis 2008 stellvertretender Vorsitzender des Medienkonzerns Burda. Nun liegt also sein neuestes Werk auf dem Tisch. Der Untertitel »Fundstücke einer abenteuerlichen Reise« macht hier Sinn, denn Todenhöfer erzählt viel Autobiographisches aus seinem Leben als Politiker, aber auch als Vater, Ehemann, Philosoph und vor allem als Vertreter der guten alten Werte.

Er parliert über Heinrich Böll, von der »ideologischen Temperatur« des kalten Krieges und fragt: »Ab wie viel in brennende Fackeln verwandelte Zivilisten beginnt die Pflicht zum Widerstand?« Vorbilder sind für ihn Helmut Schmidt und Wolfgang Schäuble: »Er gibt dem Leben mehr, als das Leben ihm gibt. Er teilt sein Glück, obwohl er keines hat«. Auch SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp zählt zu seinen Vorbildern: »Er hat fast alle seine Träume verwirklicht und doch seine Mitmenschen nicht vergessen«.

Beeindruckt war er aber auch von Epiktet, Marc Aurel, Nietzsche und Seneca. Seit seinem dreißigsten Lebensjahr sammelte Todenhöfer Aphorismen. Auch eigene: »Ich wollte die Weisheit nicht neu erfinden, sondern für meine Kinder und mich wieder entdecken.« Wenngleich alles schon irgendwann einmal gedacht wurde. Dieses Buch, eine Sammlung von Aphorismen, Anekdoten und Geschichten, schrieb er wegen der abenteuerlichen Irrwege, auf denen sich unsere Welt bewegt. Der Kapitän eines Kutters riet ihm jedoch: »Denke an deine Kinder. Gib nicht den Moses«.

Diesen Rat scheint er gut befolgt zu haben, denn als Leser hat man nicht den Eindruck, dass er oberlehrerhaft predigen will. Er zeigt sich vielmehr selbst in seiner Unvollkommenheit.

Todenhöfer schaut sich das Leben unverklärt an und macht Feststellungen wie: »Für den Versuch, sich selbst treu zu bleiben, gibt es nicht immer Beifall.« Viel Spott habe er beispielsweise 1988 einstecken müssen wegen seiner Bemühungen zur Wiedervereinigung. Auch sein erster Marsch über den Hindukusch nach Afghanistan sei von den Medien als neue Form eines Erlebnisurlaubs verspottet worden. Und besonders übel sei ihm genommen worden, dass er George W. Bush vor dem Irakkrieg vorgeworfen habe, bewusst die Unwahrheit zu sagen. Die Anschuldigungen des deutschen Establishments haben lauteten: »Sie haben den amerikanischen Präsidenten einen Lügner genannt«. Spott und Hohn seien immer seine treuesten Begleiter gewesen. Der Widerstand, der sich gegen ihn aufbaute, sei von Jahr zu Jahr rabiater geworden. Fast wöchentlich hätten ihn und seine Familie Morddrohungen erreicht, und er habe nur noch unter Polizeischutz arbeiten können. Diese körperlichen Bedrohungen habe er jedoch nie bekannt gemacht. Stattdessen schreibt er: »Halte deinen Idealen und deinen Freunden die Treue! Du musst bereit sein, für beide durch dick und dünn zu gehen. Auch, wenn das manchmal schwierig ist.«

Dieser herausragende Lebenslauf, verbunden mit einer unerschütterlichen Treue zu sich selbst, beeindruckt. Die eingestreuten Aphorismen leuchten wie die Quintessenz eines bewegten Lebens aus den Erinnerungen hervor. Und Sätze wie »Suche das Glück und den Sinn des Lebens nicht in Äußerlichkeiten, suche es in dir selbst. Glück ist etwas, was tief im Herzen stattfindet. Ruhm und Reichtum kommen da nicht rein. Glück ist ein Zustand und kein Gegenstand« erscheinen klar und befreiend. Wie eine Erleuchtung, die vom Zustand des Habens zum Sein führt. Und zu gerne kostet man die geronnenen Erkenntnisse: »Lache aus ganzem Herzen. Vor allem über dich selbst. Humor heilt die meisten Krankheiten«.

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