Träume: Hilfe fürs Leben – Brigitte Seidl und Sebastian Lichtenberg

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Träume gelten seit jeher als Brücke zum Unbewussten und damit als Hilfe, bei richtiger Deutung das eigene Leben besser zu verstehen. Aber Träume können noch viel mehr. In diesem zweiteiligen Artikel bietet das Autorenpaar eine Einführung in die Geschichte der Traumdeutung und in die praktische Deutung von Träumen.

Träume: Teil 1

Von Brigitte Seidl und Sebastian Lichtenberg


Traum- und Lebenssymbolik spirituell deuten

Was ist ein Traum? Und warum Träumen wir überhaupt? Jeder Mensch hat sich diese Frage nach einem durchlebten Traum oder schrecklichen Albtraum schon einmal gestellt. In Wikipedia findet man folgende Definition: „Ein Traum ist eine psychische Aktivität während des Schlafes. Er wird als besondere Form des Erlebens im Schlaf charakterisiert, das häufig von lebhaften Bildern begleitet und mit intensiven Gefühlen verbunden ist.“

Dieser Beschreibung können wir alle beipflichten, doch was ist die Ursache eines Traumes und wozu ist das Träumen gut? Warum kann ich mich manchmal an diesen erinnern und manchmal gar nicht? Dazu ist zu sagen, dass wir ungefähr ein Drittel unseres Lebens tatsächlich schlafend verbringen. Pro Nacht träumen wir ein bis zwei Stunden und haben dabei vier bis sieben verschiedene Träume. Bei Erreichen der durchschnittlichen Lebenserwartung verbringen wir also ca. sechs Jahre in einer anderen Welt!

Der Historie nach hatten Träume und deren Deutung bereits im Altertum eine zentrale Stellung in Bezug auf die Zukunft und das Schicksal des Menschen. Der Wissenschaft ist es aber bis heute nicht gelungen die Ursache und Funktion eines Traumes umfänglich zu erforschen. Es sind verschiedene Hypothesen bekannt, die je nach wissenschaftlichem und weltanschaulichem Hintergrund zu unterschiedlichen Aussagen kommen: So werden Träume von der Hirnforschung ausschließlich als physiologische Antwort neuronaler Prozesse betrachtet, während sie die Tiefenpsychologie als Reflexionen des Unbewussten ansieht.

Stellt sich die Frage, ob Menschen schon seit jeher in der Lage waren zu Träumen. Belege unterschiedlicher Zeitepochen beweisen, je nach Kultur wurde auch damals schon unterschiedlich mit Träumen umgegangen: Zu Zeiten der Steinzeit gibt es beispielsweise keine Aufzeichnungen aber aus der römischen Zeit wissen wir, das dem Senat wichtige Träume zur Analyse und Interpretation vorgelegt wurden. Zudem wurden Tontafeln entdeckt, welche Traumdeutungen von 3000 – 4000 Jahre v. Chr. dokumentieren. Der frühe Mensch war noch nicht fähig, zwischen der Realität und der Traumwelt zu unterscheiden. Er sah die Traumwelt als eine Erweiterung der Realität, die er jedoch als intensiver und farbiger erlebte. In der griechisch-römischen Zeit im alten Ägypten wurden Träume oft in einem religiösen Kontext gesehen und als Nachrichten der Götter verstanden. Priester arbeiteten damals unter anderem auch als Traumdeuter. Menschen mit lebendigen und klaren Träumen wurden als besonders und von Gott gesegnet angesehen.

In der Bibel werden Träume 700 Mal erwähnt. Da diese als Prophezeiung und Omen gedeutet wurden, suchten die Menschen seit jeher nach Zeichen, Warnungen und Rat in ihren Träumen. Manche deuteten die Träume als Nachricht von Verstorbenen oder als ein Werk von Dämonen. So hat sich auch oft ihr Handeln nach den Interpretationen der Träume gerichtet. Dies nahm Einfluss in die Politik, das Militär und die Medizin, so nahmen Griechen und Römer Traumdeuter als Entscheidungshelfer mit in die Schlacht, während die Traumdeuter die Medizinmänner bei der Heilung und Diagnose unterstützen sollten.

Die Chinesen gingen davon aus, dass die Seele während des Träumens den Körper verlässt und einen anderen Ort besucht, sie glaubten dass die Seele es möglicherweise nicht schaffen könnte, in ihren Körper zurück zu kehren, wenn sie plötzlich aufwachten. Noch heute haben aus diesem Grund viele Chinesen Angst vor dem Wecker. Einige amerikanische Indianerstämme und mexikanische Zivilisationen teilten die Auffassung von einer anderen Dimension für Träume. Sie glaubten, dass ihre Ahnen in ihren Träumen lebten und dort andere Daseinsformen, wie beispielsweise als Pflanzen, annahmen. Im Mittelalter wurden Träume als Übel und Versuchung des Teufels gedeutet. Ihrer Anschauung nach füllte der Teufel im verwundbaren Zustand des Schlafes, den Geist des Menschen mit üblen Gedanken und verführte sie so zur Sünde.

Im frühen 19. Jahrhundert aber wurden Träume jegliche Bedeutung abgesprochen und man legte diese eher als Zeichen von Ängstlichkeit aus. Sigmund Freud haben wir es zu verdanken, das Träumen eine größere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. War es doch er, der im späten 19. Jahrhundert Träume als „königlichen Weg zum Unterbewusstsein“ beschrieb und damit eine Revolution in Sachen Relevanz und Traumanalyse auslöste. Freud vertiefte die Forschungen, die besagten dass der Traum mit persönlichen Angelegenheiten in Zusammenhang stand und erkannte wie eng die Träume mit der persönlichen Sexualität, Kindheitstraumen und der menschlichen Psyche zusammenhingen. Wie viele seiner Theorien brachte er auch die Traum-Theorien mit Sexualität in  Verbindung. Diese besagte unter anderem, dass Menschen in Träumen Fantasien und triebhafte Bedürfnisse befriedigen können, welche die Gesellschaft nicht akzeptierte. Diese und andere Erkenntnis brachten Freud damals große Kritik ein.

Carl Jung, ein studierender Freuds sah das Unterbewusstsein jedoch nicht als triebhaft, instinktiv und sexuell geprägt an. Er war davon überzeugt, dass das Unterbewusstsein spiritueller Natur ist und machte damals die Aussage: „Träume sind die Quelle all unseres Wissens über Symbolik.“ Demnach werden alle Nachrichten, welche wir über Träume erhalten, mit Symbolen ausgedrückt und diese sollten entsprechend interpretiert werden, um ihre wahre Bedeutung zu erkennen.

Auch der Traumforscher Edgar Cayce prägte mit seinen Aussagen und Interpretationen über Träume und ihre Be-Deutung in spiritueller Hinsicht: „Träume, Visionen, Impressionen im Zustand des normalen Schlafes sind Darstellungen der nötigen Erfahrungen, die wir zu unserem Wachstum benötigen, wenn wir diese auf das reale Leben beziehen.“


Arten von Träumen

Ob Tagtraum, freudiger, beunruhigender Traum oder Albtraum, jeder kennt unterschiedliche Traumarten aus eigener Erfahrung. Der ein oder andere hat eventuell auch schon vom luziden Traum oder vom epischen Traum gehört. Gleich welcher Traum, jeder hat dir auf seine Art und Weise eine individuelle Botschaft mitzuteilen. Menschen die oft und auf unterschiedliche Art Träumen, befassen sich meist detaillierter mit allen Arten von Träumen, um den Symbolen die ihnen im Schlaf per Traum kommuniziert werden auf den Grund zu gehen. Das luzide Träumen ist dabei eine interessante Form um aktiv an eigenen Träumen teilzunehmen, bewusst darin Entscheidungen zu treffen und die Handlung zu beeinflussen ohne dabei aufzuwachen.


Warum träumen wir?

Das Gehirn wird den ganzen Tag über von verschiedensten Einflüssen stimuliert. Es erhält viel zu viele Eindrücke, um diese alle verarbeiten zu können. So werden diese Eindrücke priorisiert und nur diese, welche unmittelbare Handlung erfordern, gelangen in dein Bewusstsein (z.B. das schreiende Baby, ein Auftrag des Chefs, ein Fußgänger der den Zebrastreifen betritt, etc.). Die Eindrücke, die nicht direkt ins Bewusstsein gelangen, werden dennoch auf einer unbewussten Ebene aufgenommen (z.B. der tropfende Wasserhahn, eine Bemerkung einer Mitarbeiters während du am Telefon warst, etc.).  Außerdem wirst du den ganzen Tag über mit Emotionen konfrontiert. Einige von diesen nimmst du an und reagierst darauf (z.B. lächelst und bedankst du dich, wenn du ein Kompliment erhältst). Die meisten davon unterdrückst du jedoch zuerst (z.B. schlägst du deinem Chef nicht ins Gesicht, wenn er dir erzählt, dass der Report, an dem du die ganze letzte Woche gearbeitet hast, nicht mehr benötigt wird).

Zusätzlich zu all diesen täglichen Ereignissen hält das Gehirn die Körperfunktionen in Gang: Atmung, Muskel- und  Organfunktionen, Erinnerung an Namen, Fakten und Gesichter. Nachts, wenn der Körper dann schläft um sich zu erholen, arbeitet das Gehirn weiter und beginnt all die anderen Einflüsse zu verarbeiten. Um diese Informationen ins Bewusstsein zu holen träumen wir. 


Warum sollst du dich an deine Träume erinnern?

Du musst dich nicht zwingen deine Träume zu deuten, um deine Probleme zu lösen. Wenn du dich jedoch an deine Träume erinnerst und den Sinn darin nicht suchst, lässt du unzählige Möglichkeiten aus, mehr über dich selbst zu erfahren und über das Leben zu lernen. Träume sind immer „wahr“ – nur wollen sie uns oft nicht das sagen, was wir auf den ersten Blick verstehen. Die Handlungen werden oft in Metaphern dargestellt und sind nicht wörtlich zu verstehen. In erster Linie wollen uns Träume immer etwas sagen: „Wach auf und erkenne die Wahrheit, die du vor dir und anderen verbergen willst!“ Es kann sein, dass du feststellst, dass du nicht (immer) Mr. oder Mrs. Perfect bist, wie du es tagsüber lebst. Du kannst auch erkennen, dass deine Kindheit nicht nur aus Eis, Rollschuhlaufen und Vergnügungsparks bestand. Es wird plötzlich Licht in dunkle Ecken geworfen und lange unterdrückte Gefühle kommen an die Oberfläche. Das positive dabei ist jedoch, dass du wirklich durch eine Metamorphose und eine seelische Läuterung gehen kannst um endlich DU SELBST zu werden. Das DU, für das zu sein du auf die Welt gekommen bist. So wirst du alles in allem echter und deshalb auch glücklicher.


Wie man sich besser an Träume erinnern kann

Fünf Minuten nach Ende eines Traumes haben wir die Hälfte bereits wieder vergessen. Nach zehn Minuten bereits 90%. Wenn wir direkt nach der REM-Phase aufwachen, können wir uns besser erinnern, als wenn man die ganze Nacht durchschläft. Daher ist es empfehlenswert ein Notizbuch mit einem Stift direkt auf dem Nachttisch zu platzieren und direkt nach dem Aufwachen die Träume aufzuschreiben. Es ist wichtig, diese wirklich direkt nach dem Aufwachen zu notieren. Alles woran du dich erinnerst, wirklich jedes Detail, auch wenn es zuerst keinen Sinn zu machen scheint. Oftmals sind die Elemente, welche keinen Sinn machen oder nicht zur Handlung passen, die wertvollsten. Anschließend sollten die vorkommenden Charaktere, Tiere, Gegenstände, Orte, Emotionen, Farben und sogar Zahlen genau studiert werden. Meist gibt es mehr als eine Handlung in einem Traum, die parallel verläuft. Das heißt, dass es auch mehrere Botschaften gibt, welche dir dein Unterbewusstsein mitteilen möchte. Diese gilt es Ebenfalls zu notieren.

Zudem gibt es eine Methode sich besser an die Träume zu erinnern, z.B. Kannst du dir jeden Abend, bevor du einschläfst bewusst vornehmen: „Ich werde mich an meine Träume erinnern.“ Sage dies einige Male und wirklich jeden Abend. Dein Unterbewusstsein wird sich daran erinnern. Wenn du Antworten auf bestimmte Fragen suchst, kannst du auch dein höheres Selbst darum bitten, dir im Traum Antworten darauf zu liefern.


Träume deuten

Niemand ist besser darin, deine Träume zu interpretieren als du selbst. Ein Traum kann viele Bedeutungen haben, je nachdem wer ihn geträumt hat. Deshalb ist es wichtig was der jeweilige Traum für DICH bedeutet. Einen Traum zu deuten, kann man lernen, jedoch braucht dies eine gewisse Zeit und Übung.

Hier sind einige Dinge zu beachten, zudem gibt es Methoden um die Deutung genau zu bestimmen. Eine entscheidende Technik ist es, alle positiven und negativen Wörter und Sätze des aufgeschriebenen Textes zu unterstreichen.

Nun können zwei unterschiedliche Listen angefertigt werden, eine Liste ICH BIN mit den negativen und eine Liste ICH BRAUCHE mit den positiven Aspekten. Anschließend bestimmst du das Thema des Traums. Durch das Einsetzen der negativen und positiven Aspekte in den Satz „Wenn es um (mein Thema) geht, BIN ICH“… oder „Wenn es um (mein Thema) geht, BRAUCHE ICH…“.

Es kann für einige Träume schwierig sein, diese Technik anzuwenden, denn sie lassen sich nun mal nicht in ein Schema pressen. Dennoch kann man mit viel Übung schon bald erkennen, wie ein Traum für den Alltag genutzt werden kann. Dabei sollte bedacht werden, dass die wenigsten Träume prophezeiender Natur sind.

Um herauszufinden, ob ein Traum eine zukünftige Aussage enthält, bedient man sich der typischen Traumsymbolik und ihrer Bedeutung. Beispielsweise steht der Tod nicht nur für ein Ende sondern auch für Neubeginn und Veränderung. Es gibt tausende von Traumsymboliken.

Von Brigitte Seidl und Sebastian Lichtenberg


Teil 2 des Artikels folgt nächste Woche


Aufschluss über eine detailliertere und spannende Ausführung der wichtigsten Traum- und Symboldeutung, sowie der oben behandelten Methoden und Thematiken, gibt das Buch „Spirituelle Deutung“ von Brigitte Seidl und Sebastian Lichtenberg:

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Nach vielen Jahren aktiver Tätigkeit als metaphysische Heiler und Heilerin, haben Brigitte Seidl und Sebastian Lichtenberg mit dem Buch „Spirituelle Deutung“ ein Werk verfasst, das Menschen auf spiritueller Basis einen Weg der Traumdeutung zeigt. Es soll Menschen die Kommunikation ihrer Seele durch Lebenssituationen und Symbolik sowie Hinweise während der therapeutischen Arbeit und Träume erhellen und dadurch die Persönlichkeit auf einen positiven und vertrauensvollen Weg geleiten helfen.

Erhältlich ist das Werk unter der ISBN-Nr. 978-3-942791-07-6 beim RARE WARE Medienverlag in D-22335 Hamburg, www.rare-ware.info

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