"Unverbissen vegetarisch" von Claudia Klinger (Rezension)

Ein Buchtipp in Zusammenarbeit mit Connection. Rezension von Wolf Schneider

Unverbissen vegetarisch

Claudia Klinger

Kartoniert

€ 12,99 inkl. MwSt.
Die Bloggerin Claudia Klinger hat nun ein Buch vorgelegt, das wirklich unverbissen für die vegetarische und vegane Lebensweise wirbt. Claudia ist überzeugt davon, dass die normale Fleischesserei uns nicht nur gesundheitlich schadet, sondern dass sie auch den Tieren und der Umwelt gegenüber unverantwortlich ist, aber sie geht das Thema unmissionarisch an.

Wenn sie wirklich mal der Fleischhunger überkommt, gönnt sie sich ein Bio-Steak. Aber das ist sehr selten der Fall, schreibt sie, denn sie hat durch Ausprobieren und eigene Kochkünste herausgefunden, dass neben den vielen politischen und ethischen Gründen, die für die vegetarische und vegane Lebensweise sprechen, das vegetarische und vegane Essen auch vom Geschmack her dem von Fleisch, Fisch und Geflügel mindestens gleich kommt. In ihrem Buch erzählt sie zunächst ihre eigene Geschichte. Das Buch »Tiere essen« von Jonathan Foer (2009 in den USA, 2010 in Deutschland erschienen) hat sie stark beeinflusst, ihre eigene Lebensweise umzustellen. Daraufhin begann sie ihren Blog www.unverbissen-vegetarisch. de, mit dem sie seitdem auf undogmatische Weise für eine Umstellung der Ernährungsweise wirbt.

Damit macht sie es den »Flexitariern«, also denen, die sich nicht gleich auf voll vegetarisch oder voll vegan umstellen wollen, leicht: Sie empfiehlt Fleisch, Ei- und Milch-Ersatzprodukte, die ebenso gut schmecken (oder noch besser, sage ich) wie die tierischen. Und sie geht dabei auch auf das Thema eventueller Mangelerscheinungen ein, die bei einer solchen Umstellung vielfach befürchtet werden: Auch bei einer voll veganen Lebensweise, wenn sie denn auf guten Rohstoffen basiert, vielfältig und weitgehend naturbelassen ist, muss nur die Zufuhr von Vitamin B12 im Auge behalten werden. Dieses Vitamin ist in rein pflanzlicher Nahrung (außer Algen) nicht enthalten und sollte deshalb bei einer dauerhaft voll veganen Lebensweise als Nahrungsmittelergänzung zugeführt werden. Aber da für reichen minimale Mengen. Sogar ab und zu das Gemüse vor der Zubereitung nicht zu waschen reicht dafür aus, denn ein Erwachsener braucht vom Vitamin B12 nur drei Mikrogramm pro Tag, was darüber liegt, wird im Körper gespeichert – sogar jahrelang, für die Zeiten, wenn die Nahrung mal kein B12 enthält.

Das Buch ist durchweg praktisch ausgerichtet, mit Tipps für die Umstellung, ein bisschen Ernährungsbiochemie und Rezepten für die, die immer mal wieder Heißhunger auf Tierisches haben, obwohl sie eigentlich die vegetarische oder vegane Lebensweise besser finden. Als versierter Netizen (Bewohner des Internets) empfiehlt die Autorin auch nützliche Internetadressen, bei denen man sich weiter informieren kann; am Schluss gibt es sogar ein Register, denn in einem gedruckten Buch kann man ja nicht einfach einen Suchbegriff eingeben.

Das Wichtigste an Claudias Buch aber ist ihre entspannte, unmissionarische Haltung. Wer je wegen Ernährungsfragen schon Freunde verloren und Feinde gewonnen hat, weiß das sehr zu schätzen und wird ihrem Motto beipflichten: Tu, was dir und deiner Umwelt gut tut, aber sei nicht verbissen damit.

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